11.03.2018
Playoff-Start eindrucksvoll gelungen

Mit einem deutlichen 95:71-Heimsieg über die Bayer Giants Leverkusen haben die Artland Dragons erfolgreich den Playoff-Auftakt der 2. Basketball-Bundesliga ProB gestaltet.

Mit einer „weißen Wand“ ging es ins erste Playoff-Spiel der Saison 2017/2018Foto: Christian Wüst

Vor 2.965 Zuschauern legte das Team der Coaches Florian Hartenstein und Christian Greve bereits in der ersten Halbzeit mit einer 21-Punkte-Führung den Grundstein für den Erfolg. Big Man Yasin Kolo war „Man of the Match“ in Reihen der Drachen. Der Center erzielte 22 Punkte, schnappte sich zudem zwölf Rebounds und markierte damit ein Double-Double. Bruce Beckford traf für Leverkusen am besten und trug sich mit 14 Punkten ins Scoreboard ein. 

Mit einer neuen Spielerpräsentation, in dessen akustischem Mittelpunkt Statements der Spieler stehen, kamen die Artland Arena auch dank der mit Leuchtstäben in den Händen agierenden Cheerleadern umgehend auf Betriebstemperatur. Nachdem das Licht wieder anging, hielten die Zuschauer auf allen Rängen die von Sponsor Blueprint ausgelegten Plakate in die Höhe und bildeten eine fast geschlossene weiße Wand. „Ein wunderbares Bild“, schallte es vom Aushilfs-Hallensprecher Martin Lampe aus den Lautsprechern. Auf dem Parkett ging die gewohnte Starting Five mit Leon Bahner, Pierre Bland, Andre Calvin, Philipp Lieser und Max Rockmann in die erste Playoff-Partie. Sie sahen sich einer starken Anfangsphase der Gäste ausgesetzt. Alexander Blessig markierte mit einen Drei-Punkte-Wurf die ersten Zähler des Spiels. Donovan Jack legte mit einem Sprungwurf nach zur Leverkusener 0:5-Führung, ehe Lieser nach fast drei Spielminuten mit einem Korbleger die ersten Punkte für die Drachen erzielte. Kurz darauf kassierte der Point Guard zwei Fouls und nahm auf der Bank Platz. Für ihn kam Arthur Zaletskiy ins Spiel. Zur Mitte des ersten Durchgangs fiel der erste Dragons-Dreier durch Rockmann, angespielt von Bland, der zuvor mit einem Sprint entlang der Grundlinie für Verwirrung in der Giants-Defensive sorgte. Am Ende einer schnellen Pass-Stafette von Zaletskiy, Rockmann und Calvin standen weitere drei Punkte: Calvin nahm Maß und drückte von jenseits der 6,75 Meter-Linie erfolgreich ab zur ersten Führung (8:7, 5.). Spätestens jetzt hatten die Drachen ihren Rhythmus gefunden, packten auch unter den Brettern beherzt zu und schnappten sich einen Rebound nach dem anderen. Insgesamt holten die Drachen starke 49 Rebounds (Leverkusen: 35). Im ersten Viertel verwandelten sie zudem acht von acht Freiwürfen und zogen mit einem 9:0-Lauf auf 21:13 davon. Ein Freiwurf vom Leverkusener Kapitän Götz Twiehoff setzte den Schlusspunkt unter den ersten Durchgang, das mit 21:14 an die Hausherren ging.

Neben Bland und Bahner gingen Zaletskiy, Lavrinovicius und Liyanage ins zweite Viertel. Twiehoff machte mit einem Sprungwurf die ersten Zähler, Bland konterte mit Ablauf der 24-Sekunden-Angriffszeit durch einen Korbleger nach Assist von Zaletskiy (23:16, 11.). Kurz darauf schnappte sich Bahner seinen dritten Rebound am gegnerischen Brett, setzte sich im Gerangel unterm Korb durch und sorgte mit einem Korbleger für die nächsten Drachenpunkte. Michael Kuczmann, Sohn vom Leverkusener Headcoach, antwortete mit einem erfolgreichen Sprungwurf. Es folgte eine zweiminütige Korbflaute, ehe Power Forward Benjamin Nick für die Giants zum 25:20 traf. Coach Hartenstein behagte diese Phase des Spiels nicht und nahm eine Auszeit. Beim nächsten Spielzug der Drachen landete der Ball in den Händen des frei stehenden Liyanage, der aus der Ecke mit einem Drei-Punkte-Wurf seine ersten Zähler erzielte (28:20., 15.). Im Gegenzug steuerte der Leverkusener Calvin Oldham JR nach schönem Anspiel von Jack zwei Punkte für sein Team bei. Kurz darauf schlich Liyanage im Rücken der Abwehr die Grundlinie entlang und brachte sich dadurch in eine gute Wurfposition, was Rockmann nicht entging. Dessen Pass verwertete Liyanage von jenseits des Perimeters und baute die Führung auf elf Punkte aus (33:22, 17.). Kuczmann zog mit einer Auszeit die Reißleine, konnte aber die nächsten Punkte durch Liyanage zum 35:22 nicht verhindern. In der 18. Spielminute begeisterten die Drachen mit dem wohl schönsten Play des Spiels die Fans: Bland eroberte in der Defense den Ball, stürmte nach vorne und passte den Ball blind nach hinten auf den mitlaufenden Calvin, der mit einem Korbleger abschloss. Dabei wurde der Power Forward gefoult, bekam einen Bonus-Freiwurf und veredelte den Spielzug zu einem Drei-Punkte-Spiel. In der Schlussphase des zweiten Viertels schlug das Pendel eindeutig zu Gunsten der Artland Dragons aus. Bland machte in Manier eines Centers unter dem Leverkusener Korb seine nächsten Punkte, Calvin traf erneut von jenseits der Dreierlinie und mit Ablauf der letzten Viertelspielsekunde traf Bland einen Sprungwurf zur 47:26-Halbzeitführung.

Im dritten Viertel griff erstmals Nachwuchs-Point Guard Döding mit Bahner, Bland, Calvin und Rockmann ins Spielgeschehen ein und führte sich mit einem Assist auf Bland ein. Der US-Amerikaner kassierte kurz darauf ein technisches Foul, weil die Schiedsrichter eine unfaire Aktion darin sahen, wie Bland unter Bedrängnis an der Seitenlinie den Ball gegen seinen Gegenspieler warf, um den Ball mit eigenem Einwurf ins Aus zu bringen. Small Forward Tim Schönborn verwandelte den resultierenden Freiwurf zum 49:27. Die Drachen ließen einen 7:0-Lauf folgen und erarbeiteten sich dadurch einen 29-Punkte-Vorsprung (56:27, 25.). Drei Minuten lang fand auf Grund der starken Drachen-Defense kein Leverkusener Wurf sein Ziel, ehe Point Guard Marvin Heckel, mit TG s.Oliver Würzburg bereits in der vergangenen Saison im Playoff-Duell mit den Dragons, die Leverkusener Korbflaute mit einem erfolgreichen Sprungwurf beendete. Heckel leitete einen 0:7-Lauf seines Teams ein (56:34, 26.), den Lavrinovicius nach Offensivrebound mit einem Korbleger stoppte. Der Spielfluss wurde in der Schlussphase des dritten Durchgangs durch viele Foulunterbrechungen getrübt. Doch Bland sorgte mit einem Wahnsinns-Dreier weit vor der 6,75-Meter-Linie zwei Sekunden vor Viertelende für explosive Begeisterung auf den Rängen.

66:44 leuchtete der Spielstand zu Beginn des Schlussabschnitts auf den Anzeigetafeln. Erstmals brachten Hartenstein und Greve Jonathan Mesghna ins Geschehen, der mit Bland, Calvin, Kolo und Rockmann ins letzte Viertel startete. Trotz des hohen Rückstands wollten sich die Giants nicht aus der Arena verabschieden und übten viel Druck auf den ballführenden Spieler aus. Nach einem Steal schraubte Leverkusen durch einen Korbleger von Schönborn den Abstand auf 18 Punkte herunter. Auf Seiten der Drachen kam nun Big Man Kolo als Scoringmaschine in Fahrt. Insgesamt erzielte der Center im Schlussviertel zwölf Punkte. Einen Assist von Mesghna verwertete Kolo zum 70:50 und gab kurz darauf selbst einen Assist auf Rockmann, der mit einem Distanzwurf drei weitere Punkte für die Drachen machte (73:51,33.). Beckford senkte mit einem Dreier den Rückstand auf 18 Zähler und wenig später mit einem erneuten Distanzwurf sogar auf 15 (78:63, 35.). Mit einem energischen Dunk gab Calvin die Antwort und ein Drei-Punkte-Spiel von Kolo (Korbleger plus Bonusfreiwurf) sorgte wieder für eine 20-Punkte-Führung (83:63, 36.). Durch vier Punkte in Folge kam Leverkusen erneut näher heran und erhöhte in der Defense nochmal den Druck, was jedoch zu vielen Fouls führte. Kolo zeigte auch von der Freiwurflinie ein starkes Spiel, machte vier Freiwurfpunkte in Folge (90:69, 38.) und glänzte mit insgesamt zehn von elf Freiwürfen. Leverkusen versuchte in der Schlussphase aus der Distanz zu punkten, doch an diesem Tag fanden bei einer Dreierquote von 15% nur drei von 20 Drei-Punkte-Würfen ihr Ziel. Calvin, mit 20 Punkten gemeinsam mit Bland zweitbester Werfer der Drachen, wechselte sich in den letzten zweieinhalb Minuten im Scoring mit Kolo ab. Zwar war die Partie am Ende nicht mehr schön anzusehen, dennoch feierten die fast 3.000 begeisterten Zuschauer den gelungenen 95:71-Playoff-Auftaktsieg der Artland Dragons.


Am kommenden Samstag, den 17. März 2018, steht das zweite Spiel in Leverkusen an. Das Team wird von einem Tross aus rund 200 Fans in vier Bussen begleitet, der sich Samstag Nachmittag vor der Artland Arena um 15:00 Uhr im Bewegung setzen wird. Am morgigen Montag, den 12. März, können sich interessierte Fans letztmalig in der Geschäftsstelle der Artland Dragons für den Medico-Shuttle anmelden. Die Fahrt wird gesponsert, nur die Eintrittskarten müssen erworben werden.

 

Stimmen zum Spiel

Achim Kuczmann, Headcoach Bayer Giants Leverkusen: „Glückwunsch an Florian, sein Team hat heute ein sehr gutes Spiel gemacht. Sie waren uns reboundmäßig überlegen und haben sehr gut unter dem Korb agiert. Einen so hohen Rückstand wie zur Halbzeit aufzuholen ist natürlich schwierig. Meine Jungs haben aber nicht aufgegeben und sind nochmal rangekommen.“

Florian Hartenstein, Coach Artland Dragons: „Wir haben den Anfang etwas verpennt. Leverkusen hat sehr aggressiv gespielt und wir waren beim Rebound zu langsam. Das haben wir dann aber hinbekommen. Es ist sehr positiv, wie viele Rebounds wir insgesamt geholt haben. Bislang war das nicht unsere Stärke. Außerdem haben wir sehr teamdienlich gespielt und den Ball gut bewegt. Was mich allerdings stört, sind die vielen Ballverluste, die wir uns gerade zum Ende hin geleistet haben.“

Kapitän Max Rockmann: „Leverkusen ist aggressiv rausgekommen. Wir haben dann relativ zügig unseren Faden gefunden und so dominant gespielt, wie wir spielen wollten. Bis auf die Phase am Ende des dritten Viertels und am Anfang des vierten Viertels war ich mit unserer Defense sehr zufrieden. Auch zeigte es sich wieder, dass wir genügend Leute im Team haben, die in die Bresche springen und punkten können, wenn es bei dem einen oder anderen mal nicht so gut läuft.“

Yasin Kolo: „Wir wollten physisch stark ins erste Playoffspiel gehen, was uns gut gelungen ist. Ich bin sehr froh, dass ich dem Team heute so gut helfen konnte. Für die nächste Stunde können wir uns über den Heimsieg freuen, aber wir müssen uns wieder gut fokussieren auf das Rückspiel in Leverkusen. Es wird auf jeden Fall ein hartes Spiel werden.“

 

Es spielten:

Marc Liyanage (8 Punkte/ 2 Dreier, 4 Assists, 8 Rebounds), Thorben Döding (2 Assists, 2 Ballgewinne), Max Rockmann (10 Punkte/2 Dreier, 2 Assists, 2 Rebounds, 3 Assists), Leon Bahner (6  Punkte, 4 Rebounds, 1 Block), Arthur Zaletskiy (5 Punkte/ 1 Dreier, 1 Assist), Philipp Lieser (2 Punkte, 1 Rebound), Jonathan Mesghna (2 Rebounds, 1 Assist), Pierre Bland (20 Punkte/1 Dreier, 8 Rebounds, 7 Assists, 2 Ballgewinne), Andre Calvin (20 Punkte/3 Dreier, 2 Assists, 7 Rebounds, 1 Ballgewinn), Yasin Kolo (22 Punkte, 1 Assist, 12 Rebounds, 1 Block), Danielius Lavrinovicius (2 Punkte, 1 Assist, 2 Rebounds)

 

Nicht gespielt: Hendrick Prasuhn

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