Dragons setzen sich gegen hartnäckige Bayreuther durch
Point Guard Buzz Anthony kommt in der gegnerischen Zone frei zum Korbleger. Fotos: Christian Wüst
Die Artland Dragons schlagen den BBC Bayreuth mit 89:82 (18:19, 29:16, 17:21, 25:26) und feiern damit ihren vierten Sieg in Serie. In einer intensiven und physischen Partie verteilte sich das Scoring auf mehrere Schultern. Topscorer der Dragons war Amir Hinton mit 20 Punkten, 5 Assists und 7 Rebounds.
Die Dragons starteten wie gewohnt mit Buzz Anthony, Timo Lanmüller, Amir Hinton, Ben Burnham und Linus Ruf in die Partie. Das erste Viertel war zunächst von viel Intensität, aber wenig Rhythmus geprägt. Beide Teams tasteten sich ab, klare Runs blieben aus. Auf Bayreuther Seite setzte TJ Horn (17 Punkte, 4 Rebounds) früh Akzente und brachte die Gäste mit fünf schnellen Punkten in Führung. Die Dragons fanden anschließend besser ins Spiel. Burnham (10 Punkte, 9 Rebounds, 3 Blocks, 2 Steals) eröffnete das Scoring für Quakenbrück, Ruf (12 Punkte, 2 Blocks, 1 Steal) verkürzte wenig später. Nach einem Dreier von Burnham übernahmen die Dragons erstmals die Führung. Anthony (18 Punkte, 5 Assists, 4 Rebounds) setzte mit einem starken Zug zum Korb nach. Bayreuth blieb jedoch dran und glich zwischenzeitlich wieder aus. In der Schlussphase des Viertels sorgten Nate Petrone (17 Punkte) und Lanmüller nach zwei schnellen Dreiern für einen kleinen Lauf, doch Bayreuth antwortete prompt. Angeführt von Kyle Sturdivant (10 Punkte, 3 Assists) drehten die Gäste die Partie erneut. Petrone stellte kurz vor der Viertelsirene den 18:19-Zwischenstand her.
Auch im zweiten Viertel blieb die Partie zunächst ausgeglichen. Ndi traf per Dreier zum Ausgleich, doch Bayreuth hielt mit viel Physis dagegen. Vor allem am offensiven Brett verschafften sich die Gäste Vorteile und kamen immer wieder zu zweiten Chancen. Insgesamt sicherten sich die Bayreuther 15 Offensivrebounds und damit mehr als doppelt so viele wie die Dragons. Nach einer Auszeit brachte die Einwechslung von Robert Oehle mehr Stabilität unter dem Korb. Offensiv übernahmen nun vor allem Hinton und Petrone die Kontrolle. Hinton setzte immer wieder Nadelstiche aus der Mitteldistanz und in Korbnähe, während Petrone von außen sicher traf und bis zur Pause bereits 13 Punkte erzielte. Die Dragons zogen in dieser Phase auf 40:30 davon und kontrollierten zunehmend das Spielgeschehen. Kurz vor der Halbzeit hätte Petrone beinahe noch einen spektakulären Dreier mit Ablauf der Uhr verwandelt, der jedoch hauchdünn zu spät losgelassen wurde. So ging es mit einer 47:35-Führung in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel erwischten die Dragons den besseren Start und bauten ihre Führung zunächst weiter aus (51:35). Doch Bayreuth zeigte Moral und kämpfte sich zurück. Ein 0:9-Lauf brachte die Gäste wieder heran. Lanmüller stoppte den Run mit einem wichtigen Dreier, doch die Partie blieb umkämpft. Hinton und Petrone hielten offensiv dagegen, während Bayreuth immer wieder Antworten fand. Mit einer 64:56-Führung gingen die Dragons ins Schlussviertel.
Dort schien die Partie zunächst in Richtung der Gastgeber zu kippen. Anthony übernahm Verantwortung und traf wichtige Würfe, Ruf arbeitete stark am offensiven Brett und sicherte mehrfach zweite Chancen. Beim Stand von 80:66 knapp vier Minuten vor Schluss schien die Entscheidung gefallen. Doch Bayreuth gab sich nicht auf. Drei Dreier in Serie durch Brandwijk (20 Punkte, 7 Rebounds), Horn und Mart verkürzten den Rückstand auf 80:75 und sorgten für neue Spannung in der Artland Arena. In der entscheidenden Phase behielten die Dragons jedoch die Nerven. Nach einem Ballgewinn von Ben Burnham schalteten die Quakenbrücker schnell um, Hinton fand den mitgelaufenen Burnham, der per And-one auf 83:75 stellte. Bayreuth versuchte weiterhin, das Spiel schnell zu machen, kam jedoch nicht mehr entscheidend heran. Anthony und Hinton blieben von der Freiwurflinie sicher, sodass die Dragons die Führung souverän verteidigten. Hinton setzte schließlich 17 Sekunden vor Schluss von der Linie den Schlusspunkt zum 89:82-Endstand.
Statement Headcoach Hendrik Gruhn:
„Vier Siege in Folge zu holen, fühlt sich natürlich sehr gut an. Mit der Leistung bin ich heute insgesamt zufrieden. Auch wenn das Ergebnis, das vielleicht nicht ganz widerspiegelt, war es über weite Strecken eine sehr erwachsene Vorstellung von uns. Defensiv haben wir einen guten Job gemacht. Was ich kritisieren würde, sind einige schläfrige Momente, in denen wir einfache Punkte zugelassen haben, gerade in der ersten Halbzeit und auch im vierten Viertel. Wobei man sagen muss, dass Bayreuth im zweiten Abschnitt auch eine hohe Qualität im Abschluss hatte und uns damit immer wieder wehgetan hat. Offensiv bin ich sehr froh darüber, dass sich das Scoring auf mehrere Schultern verteilt hat. Nate Petrone hat mit unglaublich viel Selbstvertrauen gespielt, und Linus Ruf konnte in der zweiten Halbzeit immer wieder wichtige Impulse setzen. Insgesamt war es eine geschlossene Teamleistung. Die Stimmung in der Halle war bemerkenswert, es war extrem laut, das hat richtig Spaß gemacht. Jetzt heißt es, einen Tag zu regenerieren und dann liegt der Fokus auf Kirchheim.“
Die Dragons überstehen damit ein intensives Duell gegen niemals aufgebende Bayreuther und bleiben Kirchheim im engen Rennen um Platz fünf dicht auf den Fersen. Am kommenden Samstag kommt es zum direkten Duell der Tabellennachbarn. Tip-off ist um 19:00 Uhr.

