Diese Website verwendet Cookies

Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie weiter auf dieser Seite bleiben, ohne die Cookie-Einstellungen in Ihrem Browser zu ändern, stimmen Sie der Verwendung der Cookies zu.

10.11.2025
Jahrhundertspiel in der Artland Arena

Dragons siegen nach doppelter Verlängerung gegen Hagen

Entschlossen zieht Amir Hinton zum Korb. Mit 33 Punkten ist er Topscorer des packenden Heimspiels. Fotos: Christian Wüst

Was für ein Abend in Quakenbrück! Vor 2.200 Zuschauern lieferten die Artland Dragons am achten Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA ein wahres Spektakel ab und bezwangen den bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer Phoenix Hagen nach doppelter Verlängerung mit 110:109 (23:28, 22:19, 17:28, 28:15, 12:12, 8:7).

 

 

 


Headcoach Hendrik Gruhn begann mit der bewährten Fünf: Buzz Anthony, Timo Lanmüller, Amir Hinton, Ben Burnham und Linus Ruf. Hagen eröffnete durch Dennis Nawrocki mit einem Dreier zum 0:3. Die Dragons brauchten kurz, um ins Spiel zu finden; Amir Hinton (33 Punkte, Effizienzwert 29) erlöste sie nach knapp zwei Minuten mit einem starken Korbleger zum 2:3. Es entwickelte sich ein harter Schlagabtausch. Hagen zog zwischenzeitlich auf 7:12 davon, Quakenbrück blieb aber dran. Nate Petrone traf nach Zuspiel von Buzz Anthony (8 Punkte, 14 Assists) einen Dreier und brachte sein Team nach sechs gespielten Minuten auf 16:20 heran. Weiter blieb es ein komplett offener Schlagabtausch gegen den Ligaprimus. Petrone sorgte mit seinem zweiten Dreier 15 Sekunden vor Viertelende für den 23:28-Zwischenstand.

Das zweite Viertel startete mit einem Dreier von Ben Burnham (24 Punkte, 14 Rebounds, Effizienzwert 29) nach Pass von Dominik Dolic zum 26:28. Danach gelang es den Gästen, sich etwas abzusetzen. Einige gute Aktionen, abgeschlossen mit einem Korbleger von Fabian Bleck, sorgten für das 26:39 nach fünf gespielten Minuten. Die Dragons blieben weiter dran. Der überragende Amir Hinton übernahm nun Verantwortung: zunächst per Korbleger, dann mit erfolgreichen Freiwürfen, an diesem Abend fehlerlos mit 8 von 8 Treffern. Wenig später traf Buzz Anthony von jenseits der Dreierlinie zum 33:41, und die Dragons waren wieder im Spiel. Im Schlussabschnitt des zweiten Viertels sorgte Hinton mit weiteren Aktionen für Furore und brachte die Dragons bis zur Halbzeit auf 45:47 heran.

Das dritte Viertel startete mit einem Korbleger von Ben Burnham nach schönem Zuspiel von Buzz Anthony. Bis drei Minuten vor Ende des Viertels blieb die Partie offen und hochintensiv. Dann folgte jedoch ein 0:11-Lauf der Hagener, die durch starke Distanzwürfe von Devin Schmidt, Jeffrey Carroll und Bjarne Kraushaar davonzogen. Ein weiterer Korbleger von Schmidt kurz vor Schluss besiegelte den 62:75-Rückstand der Dragons vor dem letzten Abschnitt.

Mit dem Rücken zur Wand kam das Team von Hendrik Gruhn mit einem enormem Energielevel aus der Pause. Timo Lanmüller eröffnete mit einem Dreier zum 65:75, kurz darauf legte Oehle per Korbleger nach, ehe Tim Uhlemann (14 Punkte, 8 Rebounds) mit einem Mitteldistanzwurf auf 67:79 stellte. Danach sah der Tabellenführer bereits wie der sichere Sieger aus, vor allem nach einem weiteren Dreier von Jeffrey Carroll (22 Punkte) zum 71:87 sechs Minuten vor Schluss. Gruhn reagierte sofort mit einer Auszeit, und die zeigte Wirkung. Ein 11:0-Lauf, abgeschlossen von einem Midrange-Jumper von Hinton, brachte die Dragons wieder auf Tuchfühlung. Zwar antwortete Kraushaar (21 Punkte, 6 Assists) dreieinhalb Minuten vor dem Ende mit einem Korbleger zum 82:89, doch jetzt bebte die Halle. Linus Ruf und Ben Burnham kämpften sich in der Zone immer wieder erfolgreich durch. Dazu kamen wichtige Freiwürfe, und plötzlich stand es 88:89. Hagen nahm 50 Sekunden vor Schluss eine Auszeit. In der hektischen Schlussphase gelang beiden Teams kaum noch ein Abschluss. Devin Schmidt traf fünf Sekunden vor dem Ende nur einen seiner beiden Freiwürfe zum 88:90. Nach der letzten Dragons-Auszeit landete der Ball bei Ben Burnham, der mit einem Hookshot von der Freiwurflinie das Ziel fand (90:90).

Zum Auftakt der ersten Overtime traf Amir Hinton per starkem And-One zum 93:90. Wenig später erhöhte Ben Burnham mit zwei sicheren Freiwürfen auf 95:90. Hagen blieb jedoch gefährlich: Dennis Nawrocki traf aus der Ecke zum 95:93, und nach einem Offensivrebound verwandelte Kraushaar den nächsten Dreier zur 95:96-Führung. Zwei Minuten vor Schluss wurde Hinton gefoult und verwandelte beide Freiwürfe zur erneuten Dragons-Führung (99:98). Carroll antwortete mit einem Dreier zum 99:101, und Marcus Graves erhöhte eine Minute vor dem Ende per Freiwurf auf 99:102. Nach einer Auszeit fand Buzz Anthony Amir Hinton jenseits der Dreierlinie zum 102:102-Ausgleich. 23 Sekunden blieben auf der Uhr, Hagen reagierte mit einer Auszeit. Kraushaars Layupversuch, eine Sekunde vor dem Ende, wurde jedoch spektakulär von Burnham geblockt. Wieder Gleichstand (102:102)

In der zweiten Overtime ging es Schlag auf Schlag. Ben Burnham tankte sich durch und traf in der Zone zum 104:102. Nach einem technischen Foul gegen Marcus Graves, das zugleich sein fünftes und disqualifizierendes war, verwandelte Hinton den Freiwurf zum 105:102. Carroll konterte mit einem Dreier zum 105:105. Das Spiel blieb nervenaufreibend. Hagen ging kurzzeitig mit 105:106 in Führung, doch Hinton antwortete sofort mit einem Mitteldistanzwurf zum 107:106. Danach folgten bange Minuten, bis Hinton den freistehenden Burnham jenseits der Dreierlinie fand, und der traf eiskalt zum 110:106. Noch 13 Sekunden zu spielen. Hagen nahm die letzte Auszeit. Kraushaar verfehlte zunächst den Dreier, doch von Waaden sicherte den Offensivrebound und traf selbst zum 110:109, vier Sekunden vor dem Ende. Die Dragons nahmen nochmals ihre letzte Auszeit. Der Ball kam wieder zu Burnham, der mit zwei Sekunden Restzeit an die Linie geschickt wurde. Beide Freiwürfe verfehlten das Ziel, doch der Hagener Verzweiflungsdreier von Kraushaar aus der eigenen Hälfte ging vorbei und die Halle explodierte. Die Dragons gewinnen den Wahnsinnskrimi nach doppelter Verlängerung verdient mit 110:109 gegen den bis dato ungeschlagenen Tabellenführer.

Headcoach Hendrik Gruhn nach der Partie:
„Es ist schwer dieses Spiel in Worte zu fassen. Es war eine emotionale Achterbahnfahrt. Wir haben uns von 16 Punkten Rückstand zurückgekämpft und immer wieder schwierige Situationen überwunden. Das Spiel hatte den Charakter eines Schwergewichtskampfs. Beide Teams haben Schläge gesetzt und mussten sich immer wieder zurückkämpfen. Dass wir diesen Kampf am Ende gewinnen konnten, macht mich unfassbar stolz. Ich kann mit Sicherheit behaupten, dass dies das geilste Spiel war, bei dem ich je dabei sein durfte. Die Stimmung in der Halle war über die gesamte Zeit bemerkenswert und die Jungs haben das gespürt und sich 50 Minuten lang reingehauen. Schade, dass wir jetzt ein wenig warten müssen, denn ich kann es kaum erwarten, wieder zuhause zu spielen.“

Mit diesem Erfolg verbessern sich die Artland Dragons auf fünf Siege aus acht Spielen und schließen den Doppelspieltag mit einem Paukenschlag ab. Weiter geht es am kommenden Sonntag um 17:00 Uhr, wenn die Dragons bei den EPG Baskets Koblenz antreten.



Zurück
Druckansicht

Tickets

SUPPORTER WERDEN