Dragons unterliegen Lions denkbar knapp zum Jahresauftakt
Youngster Fynn Lastring trug sich mit starken 17 Punkten in die Scorerliste ein.Fotos: Aurelia Constantin
Die Artland Dragons sind mit einer bitteren Niederlage ins Basketballjahr 2026 gestartet. In der Europahalle unterlag das Team von Headcoach Hendrik Gruhn den Lions in letzter Sekunde mit 82:80 (22:18, 13:20, 24:22, 23:20). Den entscheidenden Treffer erzielte David Ejah per Tip-in mit der Schlusssirene. Topscorer der Dragons war Amir Hinton mit 22 Punkten.
Die Dragons begannen die Partie mit Buzz Anthony, Timo Lanmüller, Amir Hinton, Ben Burnham und Fynn Lastring, der den erkrankten Linus Ruf ersetzte. Karlsruhe erwischte den besseren Start und ging durch zwei frühe Treffer von Wesley Oba in Führung. Erst nach knapp zwei Minuten kamen die Dragons erstmals aufs Scoreboard. Lastring (17 Punkte, 7/11 FG) schloss ein starkes And-One sehenswert ab und brachte Quakenbrück mit 3:4 in Front. Die Anfangsphase gehörte dennoch den Gastgebern. Zwei schnelle Dreier von Maurice Pluskota, der am Ende mit 23 Punkten Topscorer des Abends wurde, sorgten unter anderem für eine 15:6-Führung der Lions und zwangen Gruhn früh zur ersten Auszeit. In der Folge arbeiteten sich die Dragons besser in die Partie. Lastring blieb aktiv, Hinton punktete trotz Kontakt am Korb, dennoch verhinderten Ballverluste und eine schwache Dreierquote (nur 17 Prozent im ersten Viertel) ein rundes Spiel. Da auch Karlsruhe im weiteren Verlauf an Treffsicherheit verlor, blieb es beim knappen 22:18 für die Gastgeber nach zehn Minuten.
Im zweiten Viertel kamen die Dragons besser ins Spiel, auch begünstigt durch die fallende Dreierquote der Lions. Burnham (12 Punkte, 9 Rebounds) sorgte per Putback-Dunk für den ersten Ausgleich seit der Anfangsphase (24:24), wenig später brachte er Quakenbrück erstmals in Führung. Entscheidend absetzen konnten sich die Burgmannstädter jedoch nicht. Isaiah Hart (19 Punkte, 9 Assists) und Pluskota hielten Karlsruhe im Spiel, ehe die Dragons kurz vor der Pause nochmals antworteten. Timo Lanmüller per Korbleger und anschließend Ben Burnham mit Tip-in nach Offensivrebound sorgten für die knappe 35:38-Halbzeitführung.
Das dritte Viertel entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch. Kein Team konnte sich absetzen, Führungen wechselten mehrfach. Hinton und Dolic brachten die Dragons zwischenzeitlich mit 45:51 nach vorne, doch Karlsruhe konterte. David Cohn und Hart trafen von außen, ehe Anthony (13 Punkte, 5 Assists) kurz vor Viertelende mit einem Dreier auf 59:60 stellte.
Im Schlussviertel spitzte sich die Partie dramatisch zu. Nach Lanmüllers Dreier zum 64:67 antworteten die Lions prompt. Tyrese Williams traf von der Linie, David Ejah versenkte einen schwierigen Distanzwurf (69:67). Hinton übernahm Verantwortung und glich per starkem Turnaround-Jumper aus. Rund vier Minuten vor dem Ende kochten die Emotionen hoch, als Tyrese Williams ein unsportliches Foul an Hinton beging, der in der Folge die Freiwürfe sicher verwandelte. Karlsruhe glich postwendend durch Gabriel Kuku aus. In der Crunchtime ging es nun Schlag auf Schlag. Zwei Minuten vor dem Ende folgte ein technisches Foul gegen David Cohn, Hinton verwandelte erneut alle Freiwürfe zur 74:76-Führung der Dragons.
Doch Karlsruhe hatte wieder Antworten parat. Pluskota erkämpfte sich den Offensivrebound und traf nach Foul von Buzz Anthony beide anschließenden Freiwürfe, Anthony legte per Jumper zum 76:78 vor, ehe Ejah nach Backdoor-Cut frei zum Dunk kam (78:78). Eine Minute vor Schluss nahm Gruhn die Auszeit. Der folgende Dragons-Angriff misslang, Anthony verlor den Ball im Aufbau, Kuku nutzte den Ballgewinn und dunkte zur 80:78-Führung für Karlsruhe. 29 Sekunden vor dem Ende blieb den Dragons noch eine letzte Chance. Wieder war es Hinton, der Verantwortung übernahm und 18 Sekunden vor Schluss mit einem schweren Midrange-Jumper aus dem Dribbling zum 80:80 ausglich. Die Europahalle rechnete bereits mit der Verlängerung. Doch Karlsruhe spielte den letzten Angriff aus. Hart ließ die Uhr herunterlaufen und nahm zwei Sekunden vor der Sirene einen schwierigen Dreier. Der Ball sprang vorne auf den Ring, die Dragons konnten nicht konsequent ausboxen, David Ejah war zur Stelle und drückte den Ball per Tip-in mit der Schlusssirene zum 82:80 durch das Netz.
Headcoach Hendrik Gruhn zur Partie:
„Alles in allem haben wir heute verdient verloren. Wir haben über 40 Minuten keinen Zugriff auf das Spiel bekommen, wir waren defensiv anfällig und haben immer wieder einfache Punkte zugelassen. In der Crunchtime gelang es uns nicht Stopps zu generieren und dadurch konnte Karlsruhe immer wieder sehr einfach punkten. Wenn man nur 20% von der Dreierlinie trifft, ist es natürlich schwer ein Spiel zu gewinnen. Es ist jedoch auch normal einen Tag zu haben, bei dem man nicht gut trifft, wenn man dazu aber noch so schlecht verteidigt ist es natürlich sehr bitter. Die Art und Weise wie wir das Spiel dann am Ende verlieren ist umso frustrierender, aber auch das gehört bei so einer langen Saison dazu. Jetzt wollen wir gegen Bochum eine Antwort zeigen und das, was wir heute nicht umsetzen konnten, besser machen.“
Die Enttäuschung bei den Dragons war groß. Erstmals in dieser Saison verlor Quakenbrück zwei Spiele in Folge, bleibt mit 10 Siegen aus 16 Partien jedoch auf Tabellenplatz fünf. Zum Abschluss der Hinrunde empfangen die Dragons am kommenden Samstag die VfL SparkassenStars Bochum in der Artland Arena. Tip-off ist um 19:30 Uhr.

