04.02.2018
Drachen feiern Heimsieg gegen königsblauen Ligaprimus

In der mit 2.418 gut besuchten Artland Arena fuhren die Artland Dragons einen umjubelten 78:68-Heimsieg ein. In einem phasenweise hochklassigen Spiel brachte Drachen-Point Guard Philipp Lieser in der Crunchtime sein Team mit zwei erfolgreichen Drei-Punkte-Würfen auf die Siegerstraße. Zuvor kämpfte sich Tabellenführer FC Schalke 04 Basketball nach zwischenzeitlichem 19-Punkte-Rückstand zweieinhalb Minuten vor Schluss bis auf vier Punkte heran.

Philipp Lieser trug mit zwei Dreiern in der Crunchtime wesentlich zum Erfolg der Artland Dragons teil. Fotos: Christian Wüst

Topscorer der Drachen war Andre „AJ“ Calvin mit 16 Punkten. Pierre Bland verbuchte mit zehn Punkten und elf Assists ein Double-Double. Schalkes Centerhüne Corcontae DeBerry war mit 19 Zählern bester Werfer der Königsblauen. Durch den 78:68-Sieg entschieden die Drachen hauchdünn auch den direkten Vergleich für sich, da sie das Hinspiel auf Schalke mit einer Differenz von neun Punkten verloren.

Die Coaches Florian Hartenstein und Christian Greve schickten Leon Bahner, Pierre Bland, Andre Calvin, Philipp Lieser und Max Rockmann als Starting Five in das Spitzenspiel des 19. Spieltags der 2. Basketball-Bundesliga ProB Nord. Nach einer halben Minute traf Rockmann aus der Mitteldistanz und die traditionell bis zu den ersten Drachenpunkten stehenden Zuschauer nahmen Platz. In der Anfangsphase setzte sich DeBerry unter dem Korb mehrfach durch und erzielte fünf Punkte in Serie. Nachdem die Schiedsrichter in den Augen der Zuschauer einige Fehlentscheidungen trafen, brach ein gellendes Pfeifkonzert von den Rängen los. Als Schalkes Point Guard Courtney Belger  sein Team zum 6:11 in Führung brachte, nahm Hartenstein eine erste Auszeit. Kurz darauf klaute Bland den Ball, sein erster von insgesamt vier Steals, und markierte nach Assist von Marc Liyanage mit einem Korbleger die nächsten Drachenpunkte. In der sechsten Spielminute fiel der erste Distanzwurf von Calvin zum 11:13 durchs Netz. Center Bahner glich von der Freiwurflinie aus und Guard Arthur Zaletskiy brachte sein Team nach Steal und folgendem Korbleger in Führung (15:13, 8.). Schalkes Headcoach Raphael Wilder nahm eine Auszeit und sah im folgenden Angriff einen erfolgreichen Drei-Punkte-Wurf von Thomas Szewczyk. Zaletskiy konterte kurz vor Ende des ersten Durchgangs ebenfalls mit einem Weitwurf zum 21:16.


Der zweite Abschnitt sollte das spielerisch beste Viertel der bisherigen Saison der Artland Dragons werden. Zwar machte der Schalker Patrick Carney von der Freiwurflinie die ersten Zähler und es blieb bis zur 14. Minute ein Hin und Her mit wenigen Korberfolgen, doch dann setzte Calvin mit seinem nächsten Dreier den Drachenexpress in Fahrt. Der wiedergenesene Drachen-Big Man Yasin Kolo sorgte unterm Korb für positive Unruhe, die intensive Defensivarbeit verunsicherte die Gäste zunehmend. Wie aus einem Guss spielend setzten sich die Drachen mit einem 11:0-Lauf auf 33:18 ab, was das schon längst auf Betriebstemperatur aufgeheizte Publikum stürmisch begleitete. Das Teamplay zeigte sich auch an der Anzahl der Assists: Sechs verbuchten die Drachen, Schalke null. Souverän spielten die Hausherren das Viertel zu Ende, das mit 21:10 gewonnen wurde. Mit einem 16-Punkte-Vorsprung (42:26) ging es in die Halbzeit.


Das dritte Viertel begann mit einem erfolgreichen Schalke-Angriff, den Belger mit einem Korbleger zum 42:28 abschloss. Auf Seiten der Hausherren machte Bland mit seinem ersten getroffenen Distanzwurf weitere drei Punkte. Belger übernahm mehr und mehr Verantwortung in Reihen der Königsblauen und reihte eine erfolgreiche Aktion an die andere. Insgesamt erzielte der US-Amerikaner im dritten Viertel zwölf Punkte. Sein Dreier zum 48:35 in der 24. Spielminute veranlasste Hartenstein zu einer Auszeit, um den Gegner nicht noch weiter in Rhythmus kommen zu lassen. Schalke hielt weiterhin in der Verteidigung die Intensität hoch, aber den Drachen gelang es auch in schwierigen Situationen, Lösungen zu finden. So konterte Rockmann, der über die gesamte Spielzeit von Schalke sehr eng verteidigt wurde, einen Schalke-Dreier mit seinem ersten erfolgreichen Wurf aus der Distanz zum 56:42. Mit vier DeBerry-Punkten in Serie hielt der Schalker Center sein Team weiter in Schlagdistanz. Zum Ende des dritten Durchgangs zeigte das Scoreboard eine 13-Punkte-Führung der Artland Dragons (62:49).


Im vierten Abschnitt erhöhte Kolo nach Assist von Zaletskiy mit einem Korbleger auf 64:49. Carney verkürzte aus der Nahdistanz und kassierte im folgenden Angriff ein unsportliches Foul, als er Bahner unfair am Korbleger hinderte. Dem Big Man flatterten jedoch die Nerven, er vergab beide Freiwürfe. Kurz darauf bekam Bahner Foul Nummer drei und vier gegen sich gepfiffen, für ihn kam wieder Kolo aufs Parkett. Auf Seiten der Schalker packte nun der bis dahin wenig in Erscheinung getretene Shawn Gulley sein Kämpferherz aus, blies mit erfolgreichen Aktionen zur Aufholjagd und schraubte zur Mitte des Schlussabschnitts den Rückstand in den einstelligen Bereich herunter (66:57, 35.). Wilder witterte die Comeback-Chance, nahm eine weitere Auszeit, um sein Team noch mehr zu pushen. Die Gelsenkirchener arbeiteten sich bis auf vier Punkte heran (71:67) bei noch 2:41 verbliebenen Minuten. Die Kampfstärke des Tabellenersten ist allen bekannt, die Zuschauer in der Artland Arena stellten sich auf eine verbissene Crunchtime ein. Doch in den folgenden 54 Sekunden schonte Philipp Lieser die Nerven der 2.418 Fans. Der Aufbauspieler traf zwei Würfe zum 77:67 von jenseits der 6,75 Meter-Linie, einmal aus der rechten und einmal aus der linken Ecke, jeweils von Rockmann angespielt. Das Publikum feierte frenetisch die Nervenstärke von Lieser und die wichtigen Punkte. Das Spiel war entschieden, doch der direkte Vergleich spielte für beide Teams noch eine Rolle. Die Drachen verloren wie eingangs erwähnt das Hinspiel mit neun Punkten Differenz. Drei Sekunden vor Schluss beim Stand von 78:67 nahm Wilder eine erneute Auszeit, um die letzte Chance zu ergreifen, den direkten Vergleich für sich zu entscheiden, doch bis auf einen Zähler von der Freiwurflinie konnten die Gäste nichts mehr ausrichten. Die Artland Dragons gewannen das Gipfeltreffen und auch den direkten Vergleich, der in der Tabellenendabrechnung noch eine wichtige Rolle spielen kann.

Für die Drachen stehen nun zwei Auswärtsspiele an (Bernau und Itzehoe), ehe es zum letzten Hauptrundenspiel zuhause gegen die VfL SparkassenStars Bochum geht. Zur Einstimmung auf die folgenden Playoffs streben die Artland Dragons zum Bochum-Spiel eine ausverkaufte Artland Arena an. In den nächsten beiden Wochen wird es dazu einige Aktionen geben.

 

Stimmen zum Spiel

Raphael Wilder, Headcoach FC Schalke 04 Basketball: „Gratulation an die Artland Dragons, sie hatten heute das Glück des Tüchtigen auf ihrer Seite. Ich habe mein Team selten so kopflos spielen sehen wie im zweiten Viertel. In der zweiten Halbzeit sind wir bis auf vier Punkten sehr gut zurückgekommen. Das zeigt, dass unsere Mannschaft ein großes Herz hat. Dann kam jemand, der sonst nicht so gute Dreier wirft. Wir hatten in engen Spielen oft das Glück auf unserer Seite, insofern gleicht sich das jetzt mal aus. Den direkten Vergleich hätte ich aber gerne gewonnen.“

 

Florian Hartenstein, Coach Artland Dragons: „Wir haben den Zuschauern ein gutes Spiel geboten. Das zweite Viertel war sehr gut von uns. Im dritten Viertel sind wir dann leider wieder eingebrochen. Am Ende hat Philipp hat dann zwei Dreier reingemacht. Etwas Glück muss man haben. Die Kulisse war toll, es war schon eine Playoff-Atmosphäre.“ 

Philipp Lieser: „Im zweiten Viertel haben wir richtig Gas gegeben und gezeigt, welches Potenzial wir haben, auch in der Defense. Im letzten Viertel hat Schalke nochmal alles gegeben, aber wir haben verdient gewonnen, auch den direkten Vergleich. Wir können ganz zufrieden sein. Ich freue mich, dass ich mit meinen beiden Dreiern zum Sieg beigetragen habe. Max hat mich mit seinen Pässen sehr gut gefunden.“

Es spielten:
Artland Dragons: Marc Liyanage (3 Assists, 4 Rebounds, 1 Ballgewinn), Thorben Döding (2 Punkte, 2 Assists), Max Rockmann (9 Punkte/1 Dreier, 4 Rebounds, 2 Assists, 2 Ballgewinne), Leon Bahner (14 Punkte, 6 Rebounds, 1 Assist, 1 Ballgewinn), Arthur Zaletskiy (5 Punkte/1 Dreier, 2 Rebounds, 2 Assists, 1 Ballgewinn), Philipp Lieser (10 Punkte/2 Dreier, 5 Assists), Jonathan Mesghna (1 Assist), Pierre Bland (10 Punkte, 5 Rebounds, 11 Assists, 4 Ballgewinne), Andre AJ Calvin (16 Punkte/4 Dreier, 3 Rebounds, 1 Assist, 2 Ballgewinne), Yasin Kolo (12 Punkte, 7 Rebounds)

Nicht gespielt: Paulius Poska, Hendrik Prasuhn

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