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17.01.2026
Defekte Shotclock, starke Nerven

Quakenbrück behält in Gießen die Oberhand

Dragons-Center Fynn Lastring (13 Punkte, 4 Rebounds) verteidigt Giessens Aiden Warnholtz. Foto: Thore Bischoff

Die Artland Dragons haben zum Rückrundenstart ein starkes Ausrufezeichen gesetzt und sich bei den GIESSEN 46ers mit 79:87 (18:23,22:21,23:22,16:21) durchgesetzt. Angeführt vom überragenden Ben Burnham, der mit 31 Punkten und 11 Rebounds Topscorer der Partie war, entschieden die Dragons nicht nur das Auswärtsspiel für sich, sondern sicherten sich auch den direkten Vergleich gegen die Mittelhessen. Eine defekte Shotclock im Schlussviertel sorgte dabei für eine längere Unterbrechung.

Headcoach Hendrik Gruhn schickte Buzz Anthony, Timo Lanmüller, Amir Hinton, Ben Burnham und Fynn Lastring in die Startformation. Den ersten Akzent setzten die Dragons durch Lastring, der nach Assist von Burnham per Floater zum 0:2 traf. Gießen reagierte mit einem 7:0-Lauf und ging früh mit 7:2 in Führung. Es entwickelte sich ein Spiel der Läufe: Nach dem Gießener Startsignal antworteten die Dragons mit einem eigenen 0:9-Run. Burnham punktete dabei zweimal in der Zone, ehe er seinen ersten Dreier des Abends versenkte und auf 7:11 stellte. In der Folge beruhigte sich das Spiel etwas. Kyle Castlin (17 Punkte, 10 Rebounds) brachte die Hausherren per Freiwürfe auf 15:16 heran, doch Amir Hinton 19 Punkte, (12/12 FT), der in der ersten Halbzeit zwar Wurfprobleme hatte, dafür aber konsequent den Weg an die Linie suchte, glich auf der Gegenseite ebenfalls von der Freiwurflinie aus. Burnham erhöhte mit seinem zweiten Dreier nach Assist von Elijah Ndi auf 15:21, Gießen nahm bei noch 1:30 Minuten im ersten Viertel die Auszeit. Kurz vor der Viertelsirene traf Castlin dann den ersten Gießener Dreier des Abends zum 18:23. Es sollte bezeichnend bleiben für einen gebrauchten Distanzabend der Gastgeber, die am Ende bei 2/22 von außen standen.

Auch im zweiten Abschnitt eröffnete Lastring (13 Punkte, 3/5 3P) nach Zuspiel von Buzz Anthony (6 Assists) per Jumper zum 19:25. Die Dragons bestimmten zunächst das Geschehen und setzten sich durch ein And-One von Burnham auf 21:30 ab. Till Gloger (14 Punkte, 8 Rebounds) verkürzte, Gruhn reagierte mit einer Auszeit, dennoch folgte eine Schwächephase der Dragons. Vier Minuten lang gelang kein Korb aus dem Feld, während sich Gießen Punkt für Punkt heranarbeitete. Nach einem Korbleger von Robin Benzing stand es nur noch 27:30, kurz darauf brachte Simon Krajcovic die 46ers per Freiwurf sogar mit 31:30 in Führung. Hinton beendete den Gießener Lauf erneut von der Linie und stellte auf 31:32. In einer ausgeglichenen Phase sammelten beide Teams viele Zähler an der Freiwurflinie. Eine Minute vor der Pause setzten sich die Dragons nach einem Burnham-Korbleger und einem Jumper von Lanmüller auf 37:42 ab. Gießen kam noch einmal heran, sodass es mit einer knappen 40:44-Führung für Quakenbrück in die Kabine ging. Burnham war zu diesem Zeitpunkt mit 19 Punkten der prägende Akteur der ersten Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel machte Burnham dort weiter, wo er aufgehört hatte, und traf direkt einen Dreier nach Anspiel von Buzz Anthony zum 40:47. Krajcovic verkürzte, ehe Lastring postwendend von außen zum 42:50 traf. Kurz darauf sorgte Burnham mit einem spektakulären Putback-Dunk nach einem vergebenen Lanmüller-Dreier für das nächste Highlight zum 42:52. Gießens Coach Branislav Ignjatovic nahm umgehend die Auszeit und diese zeigte Wirkung. Castlin und Benzing (11 Punkte) führten die 46ers wieder heran, Gruhn antwortete seinerseits mit einer Auszeit. Dennoch blieb Gießen zunächst spielbestimmend. Devon Goodman stellte vier Minuten vor Viertelende auf 53:53. Die Dragons fanden jedoch rechtzeitig zurück: Dominik Dolic traf den wichtigen Dreier nach Assist von Petrone, Hinton blieb weiter makellos von der Linie und legte wenig später einen starken Korbleger gegen zwei Verteidiger zum 53:60 nach. Castlin und Dolic tauschten in der Folge Körbe aus, ehe Hinton 1:30 Minuten vor Viertelende einen Dreier aus der Bewegung zum 56:66 versenkte. Daniel Norl traf kurz darauf den zweiten und letzten Gießener Dreier des Abends, Gloger und Castlin verkürzten bis zum Viertelende noch auf 63:66.

Der Start ins vierte Viertel wurde zunächst von einer längeren Unterbrechung überschattet: Die Shotclock an der Korbanlage war defekt, sodass das Spiel für mehrere Minuten pausiert werden musste. Nach der Zwangspause kamen die Dragons jedoch deutlich besser zurück. Burnham traf per Dunk nach Zuspiel von Buzz Anthony, Lastring versenkte wenig später zwei Dreier und stellte bei noch sechs Minuten auf der Uhr auf 69:76. Kurz darauf fand Anthony erneut Burnham (4/5 3P), der seinen nächsten Dreier zum 69:79 traf. Gießen reagierte mit einer Auszeit, die Partie wurde nun zunehmend zerfahrener. In der Folge kamen beide Teams vor allem von der Freiwurflinie zu Punkten. Die Pfiffe zugunsten der Dragons sorgten dabei für lautstarken Unmut in der Osthalle. Nach einem Reboundkampf foulte Robin Benzing Buzz Anthony, der die beiden Freiwürfe sicher zur 70:81-Führung verwandelte. Kurz darauf eroberte Anthony den Ball, Amir Hinton wurde beim Wurfversuch gefoult und traf ebenfalls beide Freiwürfe zum 70:83. Gießen bäumte sich noch einmal auf und kam 1:30 Minuten vor dem Ende auf 76:83 heran. Die Dragons behielten jedoch die Nerven. Ein offener Gießener Dreier von Aiden Warnholtz fand erneut nicht sein Ziel, Burnham sicherte den Rebound und leitete den nächsten Angriff ein. Hinton zog das Foul von Benzing, dessen fünftes Foul das vorzeitige Aus für den Routinier bedeutete, und stellte von der Linie auf 76:85. Wenig später machte Burnham mit einem Dunk den Deckel drauf. Am Ende steht ein verdienter 79:87-Auswärtssieg für die Dragons.

Statement Headcoach Hendrik Gruhn:
„Ich glaube das war heute defensiv unsere beste Saisonleistung. Gerade in der zweiten Halbzeit haben wir sehr gut als Team verteidigt und gut rotiert. Es freut mich, dass wir endlich ein Spiel durch unsere Defensivarbeit entscheiden konnten. In der Offensive wurden wir besonders in der ersten Halbzeit von Ben Burnham getragen. Er war in bestechender Form und hat auch immer wieder in der zweiten Halbzeit wichtige Akzente gesetzt. Fynn Lastring möchte ich auch besonders hervorheben. Er hat sehr erwachsen gespielt und seine Dreier haben uns in kritischen Momenten immer wieder gerettet. Mit Fynns Entwicklung in den letzten Wochen bin ich wirklich sehr zufrieden. Auch insgesamt war es ein toller Auftritt meiner Mannschaft. Wir wissen wie hitzig es in der Osthalle werden kann und damit sind die Jungs gestern sehr reif umgegangen.“

Mit dem Auswärtserfolg festigen die Artland Dragons ihre Position im oberen Tabellendrittel. Weiter geht es am kommenden Samstag, den 24.01. mit dem Heimspiel in der Artland Arena. Dann empfangen die Dragons die Nürnberg Falcons zum Rückspiel. Tip-off ist um 19:30 Uhr.

 

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