Hinton und Burnham führen Dragons zum Auswärtssieg
Die Drachen um Topscorer Amir Hinton (36 Punkte) untermauern mit dem Auswärtssieg in Göttingen ihre Playoff-Ambitionen. Fotos: Swen Pförtner
Die Artland Dragons haben im Kampf um die Playoffplätze ein starkes Ausrufezeichen gesetzt und sich bei der BG Göttingen mit 93:101 (24:33, 26:21, 26:20, 17:27) durchgesetzt. In einer hochklassigen und lange offenen Partie entschieden die Quakenbrücker das Spiel im Schlussviertel für sich. Überragende Akteure waren Amir Hinton (36 Punkte, 12/18 FG, 7/8 Dreier) sowie Ben Burnham (30 Punkte, 10 Rebounds), gemeinsam erzielte das Duo starke 66 Punkte.
Die Dragons starteten mit Buzz Anthony, Timo Lanmüller, Amir Hinton, Ben Burnham und Linus Ruf in die Partie und fanden direkt gut ins Spiel. Ruf eröffnete per Korbleger, Burnham brachte sich mit einem Dreier früh auf die Anzeigetafel und stellte auf 0:5. Göttingen kam jedoch schnell besser ins Spiel: Hendrik Drescher (13 Punkte) traf ein And-One, und Jordan Sears (19 Punkte, 4 Assists) drehte die Partie per Steal und anschließendem Dreier zum 6:5. In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Die Dragons trafen vor allem im ersten Viertel hochprozentig von außen. Lanmüller (10 Punkte) glich per Dreier aus, Hinton legte nach, und nach Offensivrebound von Ruf traf er erneut zum 12:14. Hinton übernahm zunehmend Verantwortung und erzielte fünf Punkte in Serie zur 16:19-Führung. Die Dragons blieben offensiv variabel. Bruce und Hinton erhöhten auf 18:23, ehe Burnham mit seinem zweiten Dreier auf 24:30 stellte. Kurz vor Viertelende traf Lanmüller nach Petrone-Assist den nächsten Distanzwurf zum 24:33.
Im zweiten Viertel konnte Quakenbrück den Vorsprung zunächst verteidigen. Burnham stellte per Dreier auf 28:38, doch Göttingen erhöhte nun die Intensität. Die Trefferquote der Dragons von außen sank, während die Gastgeber sich heranarbeiteten. Drescher traf von außen, Zach Jackson (13 Punkte) verkürzte weiter, und drei Minuten vor der Pause brachte Sears Göttingen per Dreier wieder in Führung (46:44). Die Dragons hielten dagegen: Hinton glich aus und brachte sein Team von der Linie erneut in Front. Burnham erhöhte nach Assist von Buzz Anthony (9 Punkte, 8 Assists) auf 46:50. Göttingen blieb jedoch dran, sodass Lanmüller 30 Sekunden vor der Halbzeit per Dreier den 50:54-Halbzeitstand herstellte.
Auch im dritten Viertel blieb es intensiv. Burnham eröffnete mit sieben Punkten in Serie, doch Göttingen fand Antworten. Nach dem Ausgleich durch Drescher kam es zu einer besonderen Szene: Lanmüller wurde beim Dreier gefoult und erhielt drei Freiwürfe. Im Anschluss wurden beide Trainer jeweils mit einem technischen Foul belegt. Lanmüller verwandelte einen seiner Freiwürfe, ehe wenig später Mönninghoff nach einem eigenen Dreipunktfoul alle drei Versuche sicher zum 65:63 traf. In dieser Phase gerieten die Dragons kurzzeitig ins Hintertreffen. Ein 5:0-Lauf brachte Göttingen auf 72:67, doch Anthony verkürzte, bevor er 55 Sekunden vor Viertelende seinen ersten Dreier des Abends zum 74:72 traf. Kirchner stellte per Korbleger auf 76:72, ehe Lastring nach Burnham-Assist auf 76:74 verkürzte.
Im Schlussviertel entwickelte sich ein Krimi. Petrone brachte die Dragons per Dreier zunächst wieder in Führung. Beide Teams lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem sich kein Team entscheidend absetzen konnte. Burnham traf seinen nächsten Dreier zur 84:86-Führung, doch Ramstedt konterte direkt. In der entscheidenden Phase übernahm Hinton. Mit einem And-One zum 87:89 und sicheren Freiwürfen zum 90:91 brachte er die Dragons auf Kurs. Wenig später traf er einen schwierigen Jumper zur 90:93-Führung. Die Dragons verteidigten nun mit hoher Intensität: Burnham erzwang einen Ballgewinn gegen Dreamer, und Anthony erhöhte per Korbleger auf 90:95. In der Schlussminute behielten die Dragons die Kontrolle. Anthony traf von der Linie zum 90:97, Göttingen verkürzte noch einmal, doch Hinton blieb eiskalt und machte von der Freiwurflinie alles klar. Am Ende stand ein verdienter 93:101-Auswärtssieg.
Statement Headcoach Hendrik Gruhn:
„Das war wahrscheinlich zusammen mit dem Heimsieg gegen Hagen der emotionalste Moment der Saison. Wir haben über 40 Minuten hinweg wahnsinnig guten Basketball gespielt. Mit Ben und Amir haben wir zwei Spieler, die Spiele offensiv an sich reißen können, und genau das haben sie heute wieder gezeigt. Diese individuelle Qualität hilft uns natürlich in solchen Spielen. Entscheidend waren aber vor allem die letzten zehn Minuten in der Defensive. Göttingen bei nur 17 Punkten zu halten, war am Ende ausschlaggebend für den Sieg. Das ist für mich einer der stolzesten Momente in dieser Saison. Die Jungs sind unglaublich hungrig und motiviert, und es hat mich sehr gefreut, nach dem Spiel in so viele glückliche Gesichter in der Kabine zu schauen. Das genießen wir jetzt kurz, danach richtet sich der volle Fokus auf Bayreuth.“
Mit dem dritten Sieg in Serie bleiben die Dragons im engen Playoffrennen voll dabei. Da Gießen parallel verlor, bleibt die Situation im Kampf um die oberen Plätze weiterhin spannend. Weiter geht es am kommenden Sonntag um 17:00 Uhr, wenn der BBC Bayreuth in der Artland Arena zu Gast ist.

