Hinton erneut überragend – Dragons klettern auf Rang drei
Mission Auswärtssieg erfüllt: Headcoach Hendrik Gruhn klatscht mit Topscorer Amir Hinton (31 Punkte, 12 Rebounds) ab. Fotos: Dennis Duddek
Die Artland Dragons haben ihre starke Form eindrucksvoll bestätigt und am Dienstagabend einen wichtigen Auswärtssieg eingefahren. In der Paul-Horn-Arena setzten sich die Dragons bei den Tigers Tübingen mit 97:105 (24:25, 32:24, 21:26, 20:30) durch, feierten damit den dritten Erfolg in Serie und springen in der ProA-Tabelle auf Rang drei. Erneut überragend präsentierte sich Amir Hinton, der mit 31 Punkten, 12 Rebounds und einer Effektivität von 40 sein drittes 30+-Punkte-Spiel in Folge ablieferte.
Headcoach Hendrik Gruhn schickte Buzz Anthony, Timo Lanmüller, Amir Hinton, Ben Burnham und Linus Ruf zum Start auf das Parkett. Der Beginn gestaltete sich ausgeglichen. Bernard Pelote (18 Punkte) eröffnete per Jumper, Ruf (14 Punkte) glich nach Assist von Anthony zum 2:2 aus. Kurz darauf setzte Amir Hinton erste Akzente. Der Topscorer der Liga übernahm Verantwortung in der Offensive und zeigte sich wenig später von der Freiwurflinie eiskalt (9/9 am heutigen Abend). Kurz darauf fand er Buzz Anthony (7 Punkte, 8 Assists, 5 Rebounds) für den Dreier, ehe er selbst per Korbleger nachlegte. Nach drei Minuten lagen die Dragons mit 4:11 vorne. Melkisedek Moreaux (18 Punkte) verkürzte, doch Quakenbrück blieb zunächst spielbestimmend. Kaya Bayram (14 Punkte, 10 Assists) brachte Tübingen darauf mit zwei Dreiern wieder heran, Hinton antwortete jedoch umgehend per Layup und Dreier zum 12:21. Nach einer Tübinger Auszeit fanden die Hausherren dann besser in ihren Rhythmus, trafen mehrfach frei von außen und kamen schnell auf 20:23 heran. Gruhn reagierte darauf mit einer Auszeit, um den Lauf der Hausherren zu unterbrechen. Nach der Auszeit stellte Lastring per Floater auf 20:25, ehe Moreaux per Dreier und Emilien von der Linie für den knappen 24:25-Viertelstand sorgten.
Der zweite Abschnitt entwickelte sich zu einem wahren Shootout. Lastring eröffnete mit einem Dreier nach Burnham-Assist, Moreaux konterte per Korbleger. Burnham (17 Punkte, 7 Rebounds) setzte Petrone für den nächsten Dreier in Szene, ehe Dominik Dolic mit einem Stepback-Dreier früh auf 26:34 stellte. Doch Tübingen antwortete mit einem 10:0-Lauf und übernahm erstmals seit dem ersten Viertel wieder die Führung (36:34). Die Dragons bekamen die Dreier der Gastgeber nun kaum in den Griff. Tübingen traf hochprozentig, zur Pause standen starke 11/18 Dreier zu Buche. Offensiv hielt Quakenbrück dagegen, defensiv fehlte jedoch der Zugriff. So setzten sich die Tigers bis zum Viertelende mit 56:49 ab.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel offensiv geprägt. Moreaux erhöhte zunächst, Anthony fand Lanmüller zum Dreier. Beide Teams trafen weiterhin konstant, die Dragons arbeiteten sich jedoch Schritt für Schritt heran. Nach fünf gespielten Minuten verkürzte Anthony per Tip-in nach Offensivrebound zum 67:62. Doch Bayram und Pelote hielten Tübingen mit weiteren Distanztreffern vorne. 21 Sekunden vor Viertelende erhöhte Pelote per Dreier auf 77:72, doch im Gegenzug fand Dolic drei Sekunden vor der Sirene Elijah Ndi, der aus der Ecke zum 77:75 traf.
Mit Beginn des Schlussviertels schien Tübingen zunächst das Momentum auf seiner Seite zu haben. Pelote traf erneut von außen zum 80:75, Milner legte kurz darauf am Brett zum 82:75 nach. Die Antwort der Dragons ließ jedoch nicht lange auf sich warten, als Dominik Dolic mit seinem zweiten Stepback-Dreier auf 82:78 stellte. Als das Spiel auf der Kippe stand, trat erneut Amir Hinton in den Vordergrund. Ein sicherer Mitteldistanzwurf brachte die Dragons heran, der folgende Dreier sorgte wenig später für die umjubelte 82:83-Führung. Die Dragons verteidigten nun deutlich konsequenter, zwangen die Tigers zu schwierigen Abschlüssen und setzten sich durch Lanmüller und Hinton auf 82:87 ab. Tübingen kämpfte sich noch einmal heran und glich dann sogar durch Freiwürfe zum 91:91 aus, doch Lanmüller (10 Punkte) traf im Gegenzug seinen zweiten Dreier zur erneuten Führung. Hinton legte per Layup und schwerem Jumper nach, bevor Ruf mit einem Korbleger nach Assist von Buzz Anthony auf 91:100 stellte. In den letzten Sekunden ließ Quakenbrück nichts mehr anbrennen und brachte den verdienten 97:105-Auswärtssieg souverän ins Ziel.
Headcoach Hendrik Gruhn zur Partie:
„Wir haben uns heute selbst ein schönes Weihnachtsgeschenk gemacht. Es waren sehr gute 12-13 Minuten von uns, nachdem wir in der ersten Halbzeit indiskutabel verteidigt haben. Die Passivität und die Inkonsequenz von uns war mit ausschlaggebend für die starke Dreierquote der Tübinger. In der zweiten Halbzeit haben wir dann defensiv etwas nachjustiert und das haben die Jungs wesentlich besser umgesetzt. Insgesamt sind wir natürlich froh über den dritten Sieg in Folge, aber wir müssen in Zukunft Wege finden, wie wir defensiv besser aussehen können und uns nicht permanent auf Einzelaktionen verlassen müssen. Wir genießen jetzt kurz Weihnachten und dann liegt unser Fokus direkt auf Samstag.“
Mit dem Erfolg festigen die Artland Dragons ihren Platz in der Spitzengruppe der ProA und springen auf Rang 3. Bereits am kommenden Samstag steht die nächste Aufgabe an: Dann empfangen die Dragons um 19:30 Uhr die Merlins Crailsheim in der Artland Arena.

