Dragons unterliegen nach Thriller in Magdeburg knapp
Drachen-Big Man Fynn Lastring bekommt die zupackende Defense von Wolmirstedts Martin Bogdanov zu spüren. Fotos: Hartmut Bösener
Die Siegesserie der Artland Dragons ist gerissen. Nach sieben Erfolgen in Serie mussten sich die Quakenbrücker bei den SBB Baskets in einem intensiven und bis zur letzten Sekunde offenen Spiel mit 80:79 (21:18, 23:23, 18:13, 18:25) geschlagen geben. In einem echten Thriller entschieden am Ende Nuancen die Partie zugunsten der Gastgeber. Durch die knappe Niederlage verpassen die Dragons zudem die Chance, über Nacht an Bremerhaven vorbeizuziehen.
Ausschlaggebend waren dabei vor allem die deutlichen Unterschiede in Effizienz und Physis: Während die Dragons nur 38 % ihrer Feldwürfe trafen (schlechtester Wert in dieser Saison), nutzten die Gastgeber ihre Chancen konsequenter und kamen zudem deutlich häufiger an die Freiwurflinie (22/28), während Quakenbrück lediglich auf 12/17 kam.
Die Dragons starteten mit Buzz Anthony, Timo Lanmüller, Amir Hinton, Ben Burnham und Linus Ruf in die Partie. Vor starker Kulisse entwickelte sich von Beginn an ein intensives Spiel. De’Vondre Perry (12 Punkte, 2 Assists) eröffnete die Partie für die Gastgeber, doch die Dragons antworteten direkt: Burnham (9 Punkte, 12 Rebounds) löste ein Doppelteam stark auf und bediente Ruf, der per Dunk ausglich. Die SBB Baskets trafen in der Anfangsphase hochprozentig, angeführt von Michael Hughes (24 Punkte, 13 Rebounds), der vor allem in der Zone und beim Rebounding kaum zu kontrollieren war und immer wieder nur durch Foul gestoppt werden konnte. Doch die Dragons fanden ihren Rhythmus, vor allem Kapitän Buzz Anthony (12 Punkte, 10 Assists, 5 Rebounds) übernahm Verantwortung. Mit einem Steal gegen Davien Williamson und einem anschließenden Korbleger sowie einem Dreier brachte er die Dragons in Führung. Auch Fynn Lastring (11 Punkte, 3/6 3P) setzte wichtige Akzente und traf früh von außen. Nach einer starken Phase der Dragons riss jedoch der Faden. Mehrere Ballverluste und unsauber ausgespielte Angriffe ermöglichten den Gastgebern einen 9:0-Lauf, den Travis Henson (14 Punkte, 2 Rebounds) abschloss. So gingen die SBB Baskets mit einer 21:18-Führung in das zweite Viertel.
Im zweiten Abschnitt blieb die Partie umkämpft. Nate Petrone eröffnete per Dreier, doch die Gastgeber hielten dagegen. Hughes dominierte weiterhin unter dem Korb und zog immer wieder Fouls, was sich auch an seinen 9/10 verwandelten Freiwürfen widerspiegelte. Während Henson und Bogdanov wichtige Punkte erzielten, mussten sich die Dragons ihre Abschlüsse hart erarbeiten. Die Dragons hielten dagegen, zunächst durch Lanmüller (8 Punkte, 3 Rebounds), später durch einen starken Lauf von Amir Hinton (16 Punkte, 3 Assists, 7 Rebounds), der mit sechs Punkten in Serie die Führung zurückholte. Dennoch gelang es den Gastgebern, sich kurz vor der Pause erneut abzusetzen, sodass es mit 44:41 in die Halbzeit ging.
Das dritte Viertel war geprägt von Runs auf beiden Seiten. Nach einem Dunk von Perry zogen die Gastgeber zunächst davon (53:43), ehe die Dragons mit einem eigenen 8:0-Lauf konterten. Dreier von Petrone und Lastring sowie ein Abschluss von Burnham brachten die Dragons zurück ins Spiel. Ein weiterer Knackpunkt folgte jedoch rund acht Minuten vor Ende des dritten Viertels: Timo Lanmüller musste nach seinem vierten Foul früh auf die Bank und fehlte den Dragons in dieser Phase spürbar. Die SBB Baskets nutzten diese Phase und setzten sich zwischenzeitlich wieder zweistellig ab. Erst ein weiterer Dreier von Lastring beendete die punktlose Phase der Dragons. Mit 62:54 ging es in das Schlussviertel.
Dort zeigten die Dragons Moral. Hinton übernahm Verantwortung und traf mehrfach aus der Mitteldistanz, Ndi (9 Punkte, 4 Rebounds) sorgte mit einem Dreier und einem Dunk für die Wende. In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem die Führung mehrfach wechselte. In der Crunchtime wurde es dramatisch: Lanmüller brachte die Drachen 39 Sekunden vor Schluss mit einem Dreier in Führung (76:77). Doch Bogdanov konterte im nächsten Angriff zur erneuten Führung für die Gastgeber. Die Dragons spielten den nächsten Angriff über Lanmüller, dessen Dreier jedoch zu kurz war. Im Kampf um den Rebound wurde Burnham von Hughes gefoult und ging bei noch 7 Sekunden auf der Uhr an die Linie. Dort behielt er die Nerven und traf beide Freiwürfe zur 78:79-Führung. Die letzte Antwort gehörte jedoch den Gastgebern: Davien Williamson, der bis dahin offensiv kaum in Erscheinung getreten war und lediglich vier Punkte erzielt hatte, übernahm Verantwortung. Er brachte den Ball nach vorne, täuschte den Wurf an und traf anschließend einen schwierigen Jumper aus der Bewegung zur 80:79-Führung bei noch 0,8 Sekunden Restspielzeit. Den Dragons gelang es im Anschluss nicht mehr, einen Abschluss zu kreieren.
Headcoach Hendrik Gruhn nach der Partie:
„Ich bin nicht zufrieden. Wir haben es heute über weite Strecken defensiv nicht geschafft, das umzusetzen, was wir uns vorgenommen hatten. Wir haben es den SBB Baskets zu einfach gemacht und ihnen immer wieder gute Abschlüsse ermöglicht. Buzz und Timo sind vor allem in der zweiten Halbzeit vorangegangen und haben das gut umgesetzt, aber insgesamt waren wir da nicht konstant genug. Offensiv haben wir den Ball nicht gut genug bewegt. Unsere Gegner wissen mittlerweile um die Qualität von Amir und Ben, wenn sie den Ball dann nicht ausreichend bewegen, wird es schwierig. Entsprechend sind wir sehr enttäuscht, dass wir dieses Spiel am Ende nicht gewinnen konnten.“
Damit endet die Siegesserie der Dragons nach sieben Erfolgen in Folge gegen starke Wolmirstedter, die sich den Sieg mit einer engagierten Leistung verdienten und keineswegs wie eine Mannschaft auftraten, für die es tabellarisch um nichts mehr ging. Die Artland Dragons bedanken sich zudem ausdrücklich bei den zahlreich mitgereisten Fans für die großartige Unterstützung.
Zum Abschluss der Hauptrunde steht nun wieder ein Heimspiel an: Am kommenden Samstag empfangen die Dragons die Bayer Giants Leverkusen in der Artland Arena. Tip-off ist um 19:30 Uhr.

