Dragons wollen Platz fünf festigen und weiter nach oben schielen
Gelingt den Drachen um Routinier Robert Oehle der sechste Sieg in Folge? Fotos: Christian Wüst
Nach dem wichtigen Auswärtssieg bei den Kirchheim Knights (77:84) und dem damit verbundenen Sprung auf Tabellenplatz fünf kehren die Artland Dragons zurück in die heimische Artland Arena. Am kommenden Samstag empfangen die Quakenbrücker die Tigers Tübingen. Tip-off ist um 19:30 Uhr. Mit dem Erfolg in Kirchheim haben die Dragons nicht nur ein echtes Ausrufezeichen im direkten Duell gesetzt, sondern sich gleichzeitig auch vorzeitig die Teilnahme an den Playoffs gesichert. Trotz der Disqualifikation von Amir Hinton im dritten Viertel zeigte das Team große Moral, übernahm in der Schlussphase die Kontrolle und brachte den fünften Sieg in Serie souverän über die Zeit.
Das Hinspiel in Tübingen war ein offensiv geprägtes Duell, in dem sich die Dragons mit 97:105 durchsetzen konnten. Vor allem Amir Hinton überzeugte damals mit einer überragenden Leistung. Die Dragons bewiesen dabei Comeback-Qualitäten und entschieden die Partie mit einer starken Schlussphase für sich.
Die Tigers Tübingen stehen aktuell mit 11 Siegen aus 30 Spielen auf Tabellenplatz 14 und befinden sich weiterhin mitten im Abstiegskampf. Unter dem neuen Headcoach Eric Detlev, der mittlerweile Henrik Sonko abgelöst hat, zeigt die Formkurve zuletzt jedoch nach oben. Drei Siege aus den vergangenen fünf Spielen verschafften den Schwaben etwas Luft. Dabei gelang zunächst ein knapper 83:86-Auswärtssieg in Nürnberg, gefolgt von einem überzeugenden 87:67-Heimerfolg gegen Köln. Zwar setzte es anschließend eine Niederlage gegen die SBB Baskets (82:71), doch besonders die Partie gegen Kirchheim zeigte das Potenzial der Tigers: Über weite Strecken die bessere Mannschaft und zwischenzeitlich mit 20 Punkten in Führung, mussten sie sich am Ende durch einen späten Gamewinner dennoch mit 93:95 geschlagen geben. Am vergangenen Spieltag folgte dann ein wichtiger 77:82-Auswärtssieg in Münster.
Statistisch gehören die Tübinger offensiv nicht zu den effizientesten Teams der Liga. Mit durchschnittlich 80,3 Punkten pro Spiel stellen sie eine der schwächeren Offensiven, auch die Wurfquoten, insbesondere von der Dreierlinie (31,6 %), liegen im unteren Bereich. Gleichzeitig bewegt das Team den Ball gut und kommt auf 17,9 Assists pro Partie, was zu den besseren Werten der Liga zählt.
Im Fokus steht vor allem Nachverpflichtung Jordan Johnson, der mit 18,4 Punkten, 5,3 Assists und 4,9 Rebounds als klarer Leistungsträger agiert. Auch JaCobi Wood (16,4 Punkte, 5,3 Assists, 61 % Zweierquote) bringt viel Dynamik ins Spiel. Auf den Flügelpositionen sorgt Bernard Pelote (14,8 Punkte, 5,6 Rebounds) für Scoring und Athletik. Unter den Körben bringen Melkisedek Moreaux (11,5 Punkte, 5,8 Rebounds) und Lukas Milner (8,7 Punkte, 5,2 Rebounds, 0,9 Blocks) die nötige Präsenz, wobei Milner zuletzt krankheitsbedingt fehlte, aber voraussichtlich wieder zur Verfügung stehen dürfte. Auch Miles Tention (7,4 Punkte) und Connor Nelson (4,3 Punkte) waren zuletzt angeschlagen, könnten jedoch ebenfalls wieder eine größere Rolle spielen.
Headcoach Hendrik Gruhn vor der Partie:
„Tübingen ist ein ganz anderes Team als noch im Hinspiel. Der Trainerwechsel hat ihr Spiel deutlich verändert. Zu Beginn der Saison waren sie sehr strukturiert mit vielen Systemen und festen Abläufen, mittlerweile agieren sie deutlich freier. Die Spieler treffen mehr eigene Entscheidungen, das Spiel ist offener und weniger vorhersehbar. Angeführt werden sie von Jordan Johnson. Seitdem er dazugestoßen ist, läuft ein Großteil der Offensive über ihn. Ihn gilt es bestmöglich zu kontrollieren. Wir müssen es schaffen, ihn selbst zu bremsen und ihn so zu stören, dass er seine Mitspieler nicht in Szene setzen kann. Das wird ein zentraler Bestandteil unseres Gameplans sein. Offensiv wollen wir da weitermachen, wo wir in Kirchheim aufgehört haben. Ich finde, dass wir dort ein sehr gutes Spiel gemacht haben, auch wenn die Wurfquoten, gerade in der ersten Halbzeit, nicht optimal waren. Die Art und Weise, wie wir unsere Vorteile ausgespielt und den Ball bewegt haben, hat mir sehr gut gefallen. Darauf wollen wir aufbauen und uns bestmöglich auf Tübingen einstellen.“
Für die Dragons geht es darum, mit breiter Brust in Richtung Playoffs zu marschieren. Gleichzeitig gilt es, Kirchheim auf Distanz zu halten und mit Blick auf die Tabelle möglicherweise sogar noch Rang vier anzugreifen. Gegen ein kämpferisches Tübinger Team wartet dabei jedoch eine unangenehme Aufgabe. Tickets für die Partie gibt es in der Geschäftsstelle oder online unter folgendem Link:

