14.01.2018
Dragons feiern Overtime-Sieg

2.216 Zuschauer erlebten am Sonntag Nachmittag das packendste Spiel der bisherigen Saison 2017/2018 mit zwei leidenschaftlich kämpfenden Mannschaften, die sich 50 Minuten lang alles abverlangten. Erst in den letzten Sekunden der zweiten Overtime entschied sich das Spiel durch einen Defensiv-Rebound von Andre AJ Clinton. Zuvor sammelte der US-amerikanische Power Forward bereits zehn Rebounds und erzielte 19 Punkte. Ein Double-Double verbuchte auch Landsmann Pierre Bland, der sich mit elf Assists und 28 Punkten in die Statistik schrieb.Topscorer in Reihen der Rostock Seawolves war Brandon Lockhart mit 16 Zählern.

Auch Tobi der Drache hatte ein Einlaufkind an der HandFotos: Christian Wüst

Nach einem emotionalen Intro – erstmals liefen die Spieler jeweils mit einem Kind an der Hand in die Arena ein, flankiert von den Cheerleadern „The Flames“ und den ehemaligen Flames der vergangenen Jahre –  schickten die Coaches Florian Hartenstein und Christian Greve Leon Bahner, Pierre Bland, Andre Calvin, Philipp Lieser und Max Rockmann als Starting Five aufs Parkett. Die ersten erfolgreichen Aktionen gehörten den Hausherren, die durch Punkte von Bahner und Rockmann 5:0 in Führung gingen. Ex-Drache Chris Frazier traf dann seinen ersten erfolgreichen Distanzwurf an alter Wirkungsstätte und gab den Startschuss zu einem 0:14-Lauf seines Teams. Zur Mitte des Viertels führten die Seewölfe 5:14, ehe die Dragons mit einem 8:0-Lauf zum 14:16 konterten. An den Brettern dominierten die Gäste, die in den ersten zehn Minuten neun Rebounds mehr als die Hausherren holten und mit einem Fünf-Punkte-Vorsprung (16:21) ins zweite Viertel gingen. 

NBBL-Allstar Danielius Lavrinovicius, der einen Tag zuvor beim ALLSTAR GAME mit 19 Punkten und acht Rebounds zum Sieg der Nordauswahl beitrug, veredelte ein Anspiel von Bland

und verkürzte den Rückstand mit einem Drei-Punkte-Wurf auf 19:21. Kurz darauf glich Drachen-Big Man Yasin Kolo an der Freiwurflinie zum 21:21 aus. Von nun an entwickelte sich ein Kampf zweier Teams auf Augenhöhe, die Führung wechselte hin und her. In der 13. Spielminute kam Neuzugang Marc Liyanage erstmals ins Spiel und führte sich mit einem Assist für Rockmann sowie einem erfolgreichen Distanzwurf aus der Ecke gut ein (28:29, 14.). Ein krachender Dunk von Calvin nach schönem Anspiel von Bland sorgte für Begeisterung auf den Rängen, die aber durch den folgenden Drei-Punkte-Wurf von Rostocks Darian Ruda umgehend abebbte. Ein verwandelter Freiwurf von Kolo markierte den ausgeglichenen Halbzeitstand von 47:47.

Nach der Halbzeit kamen die Hausherren besser aus der Kabine und machten durch zwei Lieser-Korbleger vier Punkte in Folge zum 51:47. Einen Rostocker 0:7-Lauf zum 54:45 veranlasste Hartenstein in der 25. Spielminute zu einer Auszeit. 70 Sekunden lang traf kein Team, ehe Liyanage seinen zweiten Dreier traf, der umgehend durch Frazier von jenseits der 6,75-Meter-Linie gekontert wurde. Zum Ende des dritten Viertels war das Spiel nahezu ausgeglichen (66:67).

Das letzte Viertel sollte ein ebenso enger Abschnitt werden. Bereits in der Anfangsphase des Schlussabschnitts betrat ein zusätzlicher „Spieler“ das Geschehen. Die Zuschauer waren von dem phasenweise hochklassigen Spielgeschehen angesteckt, intensivierten ihre Anfeuerungen und brachten kollektive Energie auf das Parkett. In der 33. Spielminute gingen die Quakenbrücker durch einen Korbleger von Calvin wieder einmal in Führung (72:71), der in dieser Phase des Spiels Verantwortung übernahm und neun Punkte in Serie erzielte (77:74, 35.). Bland erhöhte anschließend mit einem Distanzwurf auf 80:74, woraufhin Rostocks Headcoach Rehberger eine Auszeit nahm. In der Crunchtime kämpften sich die Seewölfe wieder heran, 80 Sekunden vor Spielende stand es 82:80. Erneut nahm Rehberger eine Auszeit und 13 Sekunden vor Schluss glich Jordan Talbert mit einem Korbleger aus (82:82). Auch Hartenstein nutzte nun eine Auszeit, um die verbliebenen Sekunden zu planen, doch Liyanages Wurf fand nicht sein Ziel.

Die Partie ging in die Verlängerung und es folgte eine hochspannende Zugabe. Erneut zeigte sich das Publikum von seiner kämpferischen Seite und verwandelte die Arena in eine tobende Drachenhöhle. Kopf an Kopf ging es weiter, ehe Rockmann mit einem Dreier für einen kleinen Vorsprung sorgte (87:84). Umgehend glich Rostock durch drei Punkte von Noah Kamdem aus. Kurz vor Ablauf der fünfminütigen Verlängerung war das Momentum auf Seiten der Artland Dragons, doch Dino Butorac behielt zwei Sekunden vor Schluss an der Freiwurflinie die Nerven, glich zum 92:92 aus und erzwang eine zweite Verlängerung.

Mittlerweile waren mit Bahner, Kolo und Liyanage drei Drachen mit fünf Fouls aus dem Spiel, auf Seite der Rostocker nahm Cardenas ausgefoult auf der Bank Platz. Angefeuert von den Rängen mobilisierten die Artland Dragons alle Kräfte. Lieser schritt voran und erzielte die ersten vier Drachenpunkte der zweiten Overtime, gekontert durch vier Punkte vom Rostocker Kandem. Ein Dreier von Talbert in der Mitte der Verlängerung brachte Rostock wieder in Front (97:99), die durch zwei Freiwürfe von Tim Vogt die Führung auf vier Punkte ausbauten. Bland antwortete mit einem Distanzwurf zum 100:101 und Freiwurfpunkte von Rockmann und Bland brachten den Drachen die erneute Führung (103:101). Drei Sekunden vor Schluss schien die dritte Overtime des Abends bevorzustehen, als Brandon Lockhart zum Korbleger hochsteigt. Nach allen Regeln der Basketballkunst blockte Calvin den Ball und schnappte sich noch den Rebound. Die Halle stand Kopf, Calvin bekam noch zwei Freiwürfe, die er zum Endstand von 105:101 verwandelte und den Sieg klarmachte.

Florian Hartenstein, Coach Artland Dragons: „Wir sind langsam gestartet und haben nicht die Energie reingebracht, so wie wir es wollten. Bis zur Halbzeit haben wir das aufgeholt und in der zweiten Hälfte viel aggressiver gespielt. Man hat gesehen, dass wir einen Schritt nach vorne gemacht haben. Ein Lob an die kämpferische Natur der Jungs in der Overtime.“

Ralf Rehberger, Headcoach Rostock Seawolves: „Es war ein Basketballspiel auf hohem Niveau in dieser Liga, in dem eigentlich keiner eine Niederlage verdient hätte. Für uns ist es natürlich unglücklich. Leider haben wir in den entscheidenden Situationen einige Offensivrebounds abgegeben und zu viele Turnover produziert. Ansonsten kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Es war ein tolles Spiel. “

Andre AJ Calvin: „Ich denke, wir haben den Sieg verdient, weil wir sehr hart dafür gearbeitet haben.“

Marius Kröger, Geschäftsführer der Artland Dragons: „Ich möchte mich für die unglaublich tolle Atmosphäre in der Halle bedanken. Unsere Fans merken zu jeder Zeit, wann die Mannschaft Unterstützung braucht und haben einen großen Anteil am heutigen Sieg“

Es spielten:

Artland Dragons: Marc Liyanage (8 Punkte, 3 Assists, 2 Rebounds, 1 Ballgewinn, 2 Dreier), Thorben Döding, Max Rockmann (20 Punkte/1 Dreier, 2 Assists, 5 Rebounds, 3 Ballgewinne), Leon Bahner (8 Punkte, 1 Assist), Arthur Zaletskiy (1 Assist, 1 Ballgewinn), Philipp Lieser (10 Punkte, 1 Rebound, 7 Assists, 1 Ballgewinn), Jonathan Mesghna (1 Ballgwinn), Pierre Bland (28 Punkte/3 Dreier, 9 Rebounds, 11 Assists, 2 Ballgewinne), Andre AJ Calvin (19 Punkte, 1 Dreier, 11 Rebounds, 2 Assists, 1 Block), Yasin Kolo (6 Punkte, 4 Rebounds, 1 Assist), Danielius Lavrinovicius (6 Punkte/1 Dreier, 2 Rebounds, 1 Assist, 1 Ballgewinn)

Nicht gespielt: Hendrik Prasuhn

 

 

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