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19.04.2026
Dragons behalten die Nerven

Siebter Sieg in Serie nach Krimi in Münster

Buzz Anthony passt den Ball auf den Flügel, einer von neun erzielten Assists. Fotos: Christina Pohler

Die Artland Dragons setzen ihre beeindruckende Siegesserie fort und gewinnen bei den Uni Baskets Münster mit 82:84 (23:27, 19:18, 19:18, 21:21). In einer intensiven und bis zum Schluss offenen Partie sichern sich die Quakenbrücker damit den siebten Erfolg in Serie und haben mindestens Tabellenplatz fünf sicher. Zudem verloren sowohl Bremerhaven als auch Göttingen ihre Spiele, wodurch für die Dragons sogar das Heimrecht in den Playoffs weiter in Reichweite bleibt. Topscorer war Ben Burnham (18 Punkte, 8 Rebounds)

Vor einem ausverkauften Gästeblock in der Sporthalle Berg Fidel und mit lautstarker Unterstützung der mitgereisten Fans starteten die Dragons mit Buzz Anthony, Timo Lanmüller, Amir Hinton, Ben Burnham und Linus Ruf in die Partie. Münster erwischte zunächst den besseren Start: Curtis Jones (30 Punkte) eröffnete die Partie, doch Burnham konterte umgehend per Dreier. In der Folge entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel mit vielen Führungswechseln.Nach einem zwischenzeitlichen Rückstand (17:9) fanden die Dragons zunehmend besser in die Partie. Angeführt von einem starken Amir Hinton (15 Punkte, 4 Rebounds) und wichtigen Impulsen von Nate Petrone (10 Punkte) kämpften sich die Gäste zurück. Ein Dreier von Buzz Anthony (11 Punkte, 9 Assists, 7 Rebounds), der nur knapp an einem Triple-Double vorbeischrammte, brachte den Ausgleich, ehe Petrone und Ndi die Dragons wieder in Führung brachten. Ein spektakulärer Block von Dejan Bruce und ein anschließendes And-one von Elijah Ndi sorgten für Momentum auf Seiten der Quakenbrücker, die mit einer 23:27-Führung in die erste Viertelpause gingen.

Im zweiten Abschnitt entwickelte sich das erwartet intensive Spiel. Münster blieb vor allem über den überragenden Jones sowie Adam Touray (17 Punkte, 9 Rebounds) gefährlich. Die Dragons taten sich phasenweise schwer, ihren Rhythmus zu halten, konnten sich aber immer wieder auf ihre Defensive und einzelne starke Aktionen verlassen. Burnham sorgte per Dunk für wichtige Punkte, Anthony traf per Tip-in, und Petrone setzte kurz vor der Pause mit einem schnellen Layup den Schlusspunkt zum 42:45-Halbzeitstand.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie eng. Lanmüller traf wichtige Dreier, während Burnham sowohl von außen als auch am Brett Akzente setzte. Nach einem Steal von Lanmüller und einem sehenswerten Behind-the-Back-Pass von Hinton auf Bruce setzten sich die Dragons zwischenzeitlich auf 50:60 ab. Doch Münster ließ sich nicht abschütteln: Zwei Dreier von Masnic und weitere Punkte von Jones brachten die Gastgeber wieder heran. Dank eines Dreiers von Petrone ging es mit einer knappen 61:63-Führung für die Dragons in das Schlussviertel.

Im vierten Abschnitt entwickelte sich ein echter Krimi. Münster glich früh aus und nutzte Unkonzentriertheiten der Dragons, um das Spiel offen zu halten. Nachdem Adam Touray mit seinem fünften Foul frühzeitig ausschied, übernahm vor allem Curtis Jones noch mehr Verantwortung und brachte sein Team immer wieder heran. In der Crunchtime wurde es dann dramatisch: Jones traf rund zwei Minuten vor Schluss den Dreier zur Führung (78:76) für Münster.
Die Dragons behielten jedoch die Nerven. Hinton verkürzte zunächst von der Linie, ehe Burnham nach einem Ballgewinn selbst den Ball eroberte und Hinton im Fastbreak bediente (72:76). Nach einem weiteren Dreier von Masnic (75:76) blieb die Partie völlig offen. Curtis Jones traf darauf den nächstern Dreier zur 78:76-Führung für Münster. In den Schlussminuten war es dann Burnham, der Verantwortung übernahm: mit einem And-one Korbleger nach Offensivrebound von Anthony holte er die Führung zurück. Hinton blieb wenig später von der Freiwurflinie nervenstark und stellte auf 81:84. Münster kam noch einmal heran: Ein Dreier von Paul Viefhues verkürzte kurz vor Schluss auf 81:82. Hinton antwortete erneut von der Linie und stellte auf 81:84. Im letzten Angriff traf Jones dann noch einen Freiwurf, setzte den zweiten absichtlich daneben, doch der Notwurf von Deshon Taylor mit Ablauf der Uhr verfehlte sein Ziel.

Headcoach Hendrik Gruhn zum Spiel:
„Es war das erwartet schwierige Spiel. Münster hat frei aufgespielt, aggressiv und physisch verteidigt und in der Offensive mit viel Selbstvertrauen agiert. Sie haben unsere Fehler immer wieder bestraft. Wir waren phasenweise nicht wach genug und haben defensiv nicht konsequent genug gearbeitet, haben Würfe zugelassen, die Münster eiskalt genutzt hat. Im Hinblick auf die Playoffs müssen wir das schnell in den Griff bekommen, das werden wir in der Trainingswoche aufarbeiten. Insgesamt bin ich aber sehr zufrieden, dass wir dieses schwierige Spiel gewinnen konnten. Das absolute Highlight waren jedoch unsere Fans. Die Atmosphäre war überragend, ich hatte über weite Strecken Gänsehaut. Dieses Spiel wird mir vor allem wegen unserer Fans noch lange in Erinnerung bleiben.“

Die Dragons bleiben damit das Team der Stunde und gehen mit viel Selbstvertrauen in die kommenden Aufgaben. Am kommenden Freitag wartet das nächste Auswärtsspiel: Dann sind die Quakenbrücker bei den SBB Baskets in Magdeburg gefordert. Tip-off ist um 19:30 Uhr.

 

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