09.10.2017
Knapper Sieg im packenden Auswärtsspiel

Die Artland Dragons haben gegen die ROSTOCK SEAWOLVES ihren ersten Auswärtssieg unter Dach und Fach gebracht.

Die Artland Dragons bejubeln in Rostock den knappen Auswärtssieg. (Fotos: Christian Wüst)

In einem packenden Spiel in der umgebauten stimmungsvollen Rostocker StadtHalle lagen die Drachen fast das ganze Spiel in Führung. In den letzten Minuten kam das Team von Ralf Rehberger immer näher heran und führte 40 Sekunden vor Spielende mit einem Punkt. Unterstützt von 3.761 Zuschauern lag das Momentum auf Seiten der SEAWOLVES. Die Drachen behielten die Nerven, besonders Point Guard Pierre Bland, der mit zwölf von zwölf Freiwürfen den Sieg ebnete, und brachten mit einem Quäntchen Glück den 80:81-Sieg nach Hause.

Max Rockmann, Leon Bahner, Philipp Lieser, Pierre Bland und Andre Calvin gingen als Starting Five der Artland Dragons auf das nagelneue Rostocker Parkett und kamen gut in das Spiel hinein. Zwar gingen die ersten Punkte der Partie auf das Konto der Gastgeber, aber Leon Bahner setzte mit einem Wurfblock gleich im zweiten Angriff der Rostocker ein Ausrufezeichen. Neun Rebounds und dreizehn Punkte sollten für den Center insgesamt folgen. Ex-Drache und Neu-SEAWOLF Chris Frazier versenkte seinen ersten Drei-Punkte-Wurf. Befürchtungen, der Scharfschütze könnte gegen seinen Ex-Club heißlaufen, traten aus Sicht der Drachen erfreulicherweise nicht ein. Frazier traf in 21:57 Spielminuten nur zweimal von jenseits der 6,75 Meter-Linie. Nach einer gelungenen Pass-Staffete der Drachen mit erfolgreichem Abschluss lagen sie mit sechs Punkten in Front (5:11), was Rehberger zu einer ersten Auszeit veranlasste. Doch auch danach lief der Ball gut in den Reihen der Dragons. Ein Dreier von Power Foward Calvin erhöhte die Führung auf 7:17. Borekambi verkürzte nach einem Fast Break mit einem krachenden Dunk auf 11:17, was von den voll besetzten Rängen mit tosendem Applaus honoriert wurde. Jordan Talbert verkürzte mit einem Dreier den Abstand auf drei Punkte. Danielius Lavrinovicius, für Bahner eingewechselt, bekam ein Offensivfoul angehängt, für ihn kam Gilles Dierickx. Die Hausherren übernahmen im weiteren Verlauf das Ruder und ließen einen  9:0-Lauf zur Führung folgen (20:19). Hartenstein unterbrach mit einer Auszeit das Spiel und den Rhythmus der SEAWOLVES. Sein Team erzielte vier Punkten in Serie und ging mit 20:23 in die Viertelpause.

Mit einem schnellen Korbleger startete Rostock gut ins zweite Viertel. Die Anfangsphase war geprägt von intensiver Defensivarbeit, beide Teams packten in der Zone energisch zu. Mehrere Angriffe auf beiden Seiten verliefen ohne Korberfolg, auch weil Distanzwürfe nicht fielen. Lieser beendete die Punkteflaute in der 14. Spielminute und schraubte den Vorsprung hoch auf vier Punkte. Kurz darauf machte Frazier ein Vier-Punkte-Spiel: Er traf seinen zweiten Dreier, wurde dabei gefoult und verwandelte den Freiwurf zum 26:30. Bland reagierte mit einen schnellen Korbleger. Der eingewechselte Nachwuchs-Point Guard Thorben Döding passte im nächsten Drachenangriff den Ball auf Bland, der freistehend für drei Punkte einnetzte. Bland bewies kurz darauf sein Können am Ball, als er ausrutschte, dennoch den Ball vor dem Gegner behauptete, eine schnelle Drehung folgen ließ und in der Zone auf Bahner durchsteckte. In der 18. Spielminute verhängten die Schiedsrichter ein technisches Foul gegen die Bank der Artland Dragons, was einen Freiwurf sowie Ballbesitz für die SEAWOLVES zur Folge hatte. Nutzen konnten die Hausherren den Vorteil nicht. Das Viertel endete mit einem Korbleger von Rostocks Brandon Lockhart und einem Neun-Punkte-Vorsprung der Artland Dragons (36:45).

Zu Beginn des dritten Viertels verwertete Bahner ein Anspiel von Döding zur zweistelligen Führung (36:47), die Rockmann mit einem Dreier zum 38:50 ausbaute. Nach einem Steal wurde Bland beim Fast Break gefoult. Der US-Amerikaner traf beide Freiwürfe und markierte damit eine 15-Punkte-Führung seines Teams (40:55). Rostock wehrte sich, verteidigte intensiver und verkürzte mit einem Drei-Punkte-Spiel von Lockhard auf 43:55. Calvins folgender Distanzwurf stellte kurzzeitig die 15-Punkte-Führung wieder her, doch Rostock verringerte mit einem 8:0-Lauf den Abstand. Hartenstein nahm angesichts des schmelzenden Vorsprungs eine Auszeit. Lieser erzielte die nächsten Punkte, aber die SEAWOLVES kämpften sich Punkt um Punkt an die Dragons heran und hatten den Rückstand zum Viertelende auf fünf Punkte minimiert (63:68).

Anspannung lag zu Beginn des Schlussabschnitts in der StadtHalle mit ihren 3.761 Zuschauern in der Luft. Die Hausherren witterten ihre Chance. Zunächst fielen auf beiden Seiten keine Würfe. Erst in der 32. Spielminute machte der Rostocker Tim Vogt die ersten Punkte und legte kurz darauf zum 67:71 nach. Auf Quakenbrücker Seite attackierte Floor General Pierre Bland immer wieder den Korb und zog Foul um Foul. Seine Treffsicherheit von der Freiwurflinie war an diesem Abend perfekt. Insgesamt verwandelte er zwölf von zwölf Freiwürfen. Im weiteren Verlauf des vierten Viertels erarbeiteten sich die Ostseestädter Reboundvorteile und gingen in der vorletzten Spielminute 80:79 in Führung. Spätestens jetzt bebte es auf den Rängen und eine spannende Crunchtime begann. Bland brachte 46 Sekunden vor Schluss mit zwei erfolgreichen Freiwürfen (80:81) sein Team auf die Siegerstraße. Rostock nahm eine Auszeit. Die Dragons reagierten mit einer Zonenverteidigung auf das Set des Gegners und zwangen Rostocks Jordan Talbert, mit 25 Punkten Topscorer, zu einem Ballverlust. Im Gegenzug hatte Rockmann mit einem Distanzwurf die Chance, das Spiel zu entscheiden. Der Ball sprang jedoch an den Ring. Die SEAWOLVES hatten noch 15 Sekunden Zeit für ihren Angriff. Rehberger nutzte eine weitere Auszeit, um den Angriff erfolgreich auszuspielen. Erneut ließ Hartenstein eine Zonenverteidigung spielen. Dennoch kam Lockhard mit energischem Antritt zu einem Korbleger. Alle Spieler der Artland Dragons waren auf der Bank aufgesprungen und hielten den Atem an. Der Ball fiel nicht durch das Netz, erste Jubelszenen brachen bei den Drachen aus. Dragons-Center Bahner wurde beim Rebound gefoult und ging in der letzten Spielsekunde an die Freiwurflinie. Er vergab beide. Ein Notwurf der Rostocker aus der eigenen Hälfte wäre fast noch durch die Reuse gerauscht, hätte aber vermutlich wegen der abgelaufenen Zeit nicht mehr gezählt. Denkbar knapp gewinnen die Artland Dragons ihr erstes Auswärtsspiel 80:81 und entführen die Punkte aus der Ostseestadt.

Viertelergebnisse: 20:23, 16:22, 27:33, 17:13

Stimmen zum Spiel:

Florian Hartenstein, Headcoach Artland Dragons: „Die ersten drei Viertel waren sehr positiv. Wir haben weitaus bessere Leistungen gezeigt als in den vorherigen Spielen. Im vierten Viertel haben wir leider einen Einbruch gehabt, so dass das Spiel noch knapp wurde. Pierre Bland hat mit seiner 100-prozentigen Trefferquote von der Freiwurflinie das Spiel nach Hause gebracht.“

Es spielten:

Artland Dragons: Thorben Döding (3 Punkte, 2 Assists, 1 Ballgewinn), Max Rockmann (13 Punkte/3 Dreier, 5 Rebounds) , Leon Bahner (12 Punkte, 9 Rebounds, 3 Assists, 1 Block), Arthur Zaletskiy (2 Punkte), Philipp Lieser (11 Punkte/1 Dreier, 2 Rebounds, 1 Assist), Pierre Bland (22 Punkte/2 Dreier), 6 Rebounds, 8 Assists, 3 Ballgewinne), Andre AJ Clinton (12 Punkte/2 Dreier, 5 Rebounds, 1 Assists, 2 Ballgewinne), Hendrik Prasuhn, Gilles Dierickx (6 Punkte, 2 Rebounds, 1 Block), Danielius Lavrinovicius (1 Rebound)

ROSTOCK SEAWOLVES: Jordan Talbert (25 Punkte/2 Dreier, 12 Rebounds, 2 Assists, 1 Ballgewinn), Brandon DeÁndre Lockhart (17 Punkte, 2 Rebounds, 3 Assists, 3 Ballgewinne), Thompson Zaire (2 Punkte, 1 Rebound), Dennis Teucher (1 Rebound, 1 Ballgewinn), Tim Vogt (6 Punkte, 2 Rebounds), Darian Cardenas Ruda (2 Punkte, 1 Rebound), Daniel Lopez Dittert (4 Rebounds, 2 Blocks), Bill Borekambi (10 Punkte, 7 Rebounds, 2 Assists), Chris Frazier (9 Punkte/2 Dreier, 1 Rebound, 1 Assist), Noah Kamdem (3 Punkte, 4 Rebounds), Jeffrey Martin (6 Punkte, 3 Rebounds)

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