12.02.2017
Erstrunden-Heimrecht perfekt

Die Artland Dragons fügten den VfL AstroStars Bochum am Samstagabend mit 68:77 (37:32) ihre erste Heimniederlage zu.

Erzielte mit 16 Punkten und 12 Rebounds ein Double Double: Kapitän Benjamin Fumey. (Foto: Christian Wüst)

16:4 – die Anfangsphase verlief für die Hausherren ganz nach Plan. Fünf verschiedene Bochumer Spieler trugen sich nach sechs gespielten Minuten bereits in die Punkteliste ein. Die Drachen hatten bis dato Probleme, ihr Tempospiel im Angriff aufzuziehen. Gegen Viertelende stabilisierte sich die Verteidigung der Burgmannsstädter und Mark Nwakamma unter anderem sorgte mit vier Zählern dafür, dass sein Team allmählich im so wichtigen Spiel um die vorderen Playoff-Plätze ankam (20:12, 10.).

Die Dragons nahmen den Schwung mit in den zweiten Spielabschnitt und robbten sich durch Punkte von Gregory Graves weiter heran (20:17, 12.). Das Momentum blieb allerdings nicht lange aufseiten der Drachen: AstroStars-Spielmacher Gary Johnson zeigte seine ganze Klasse – holte Rebounds, zog zum Korb und punktete (28:20, 16.). Ex-BBL-Akteur Davon Roberts erhöhte vor der Halbzeitpause gar auf 35:22 (18.). Aufgeben war an jenem Abend jedoch abermals kein Thema für die Gäste aus dem Artland. In den Schlussminuten der ersten Halbzeit zogen die Dragons eine harte Presseverteidigung auf, in der Mark Nwakamma bei wenigen verbliebenden Sekunden einen Bochumer Ballverlust forcierte; infolgedessen versenkte Max Rockmann einen Dreier. Die Niedersachsen waren nach zwanzig Minuten wieder in Schlagdistanz (37:32). Beide Mannschaften legten bis dato unterdurchschnittlich starke Feldwurfquoten auf (36 Prozent bei Bochum, 32 Prozent bei Artland). Ein entscheidender Unterschied: Die Ruhrstädter griffen sich neun Rebounds mehr.

Das wollte die lange Dragons-Garde um Kapitän Benjamin Fumey offensichtlich nicht so stehen lassen. Alle Quakenbrücker Spieler agierten nach der Pause hellwach und trugen dazu bei, dass die Aufholjagd weiterging. Nach einem weiteren erfolgreichen Dreier durch Max Rockmann war die Partie erstmals seit dem Start des Spiels ausgeglichen (41:41, 23.). Auch die AstroStars bewiesen aber Kämpfermentalität und ließen sich von den immer stärker werdenden Gästen nicht verunsichern. Gary Johnson brachte Emotionen in die mit 990 Zuschauern ausverkaufte Rundsporthalle und trug an der Freiwurflinie zu einem 8:0-Lauf bei (49:41, 25.). Er und Teamkollege David Stachanczyk stellten durch zwei Dreier sogar einen zweistelligen Vorsprung für den VfL wieder her (55:44, 26.).

Der nächste Lauf im Spiel gehörte dann wieder den Burgmannsstädtern und erwies sich als spielentscheidend. Benjamin Fumey übernahm in Halbzeit zwei das Kommando am Brett, sammelte sieben Rebounds und verkürzte zum Ende des dritten Viertels auf 57:53. Im Schlussabschnitt gesellte sich Gregory Graves als weiterer Dominator in der Zone hinzu. Zwischenzeitlich markierte das Frontcourt-Duo fünfzehn Quakenbrücker Punkte in Serie – mündend in eine 63:64-Führung drei Minuten vor dem Spielende (63:64, 37.). Neben Graves und Fumey angelte sich außerdem Spielmacher Matt Reid für einen Guard beachtliche fünf Rebounds in der zweiten Hälfte. Darüber hinaus hatte Dragons-Scharfschütze Chris Frazier offensiv zwar kein Wurfglück (3 Punkte), hinten hielt er in der Crunchtime dafür aber den so starken Gary Johnson in Schach.

Durch einen kollektiven Kraftakt verteidigten die Burgmannsstädter die Führung. Symptomatisch für die Arbeitsmoral der Dragons waren zwei Offensivrebounds durch Mark Nwakamma, die den AstroStars den letzten Atem in der Partie nahmen. Die Dragons gewannen das Rebound-Duell in der zweiten Hälfte, zogen sicher in den Hafen ein und haben nach ihrem sechsten Auswärtssieg nun ihr Heimrecht für die erste Playoff-Runde sicher.

Den nächsten Schritt gen Tabellenspitze können die Artland Dragons am kommenden Samstag (18.2., 19:30 Uhr) daheim im Spitzenspiel gegen Tabellennachbar LOK Bernau machen. Trainer Florian Hartenstein zeigt sich mit der Entwicklung seiner Mannschaft zufrieden: „Wir haben heute unser ganzes Herzblut auf dem Feld gelassen. Das Team hat nach dem schwierigen Start die Intensität an den Tag gelegt, mit der man so ein Spiel angehen muss.“

Viertelergebnisse: 20:12, 17:20, 20:21, 11:24

Für die Artland Dragons spielten: Reid (11 Punkte/1 Dreier, 7 Rebounds), Rockmann (11/3, 4 Rebounds), Graves (17/1, 6 Rebounds, 2 Ballgewinne), Fumey (16, 12 Rebounds, 2 Ballgewinne), Wilson (9), Lieser (0), Nwakamma (10, 7 Rebounds), Frazier (3/1, 4 Assists); ohne Einsatz im Kader: Dimitrijevic, Obiango, Lavrinovicius.

Für die VfL AstroStars Bochum spielten: Johnson (14/2, 7 Rebounds, 7 Assists, 2 Ballgewinne), Engel (15/2), Haucke (4), Angerer (9, 10 Rebounds), Bals (0, 6 Rebounds), Shelukha (7, 6 Rebounds), Stachanczyk (8/2, 4 Rebounds), Roberts (11); ohne Einsatz im Kader: Korbi.

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