06.11.2017
Dragons-Siegesserie in Wolfenbüttel gerissen

Nach sechs Siegen in Serie haben die Artland Dragons ihr Auswärtsspiel gegen die MTV Herzöge Wolfenbüttel knapp mit 74:72 verloren.

Andre AJ Calvin machte mit 21 Punkten und elf Rebounds ein Double Double. (Fotos: Christian Wüst)

Matchwinner am Sonntag Abend war Herzöge-Power Forward Tom Alte, der in der letzten Spielsekunde mit einem Block den Korbleger von Max Rockmann zum Ausgleich verhinderte. Auf Seiten der Quakenbrücker war erneut Andre AJ Calvin Topscorer, der mit 21 Punkten und elf Rebounds ein Double Double verbuchte.

Die Drachen erwischten mit Rockmann, Philipp Lieser, Andre AJ Calvin, Pierre Bland und Leon Bahner als Starting Five den besseren Start in die Partie und erzielten die ersten vier Punkte. Auch in der Defensive agierten die Gäste anfangs konsequent. Wolfenbüttel kam erst nach dreieinhalb Minuten zu ersten Punkten durch Freiwürfe vom US-Point Guard Demetrius Ward. Drachen-Center Bahner verwertete am Brett mehrfach Anspiele von Bland, der das erste Viertel ohne Pause durchspielte. Aufbauspieler Lieser attackierte immer wieder den gegnerischen Korb und trug im ersten Viertel vier Punkte bei. Mit zunehmender Spieldauer kam Wolfenbüttel in einen guten Rhythmus. Mit einem 5:0-Lauf egalisierte das Team von Headcoach Steven Esterkamp in der sechsten Spielminute den Spielstand zum 11:11. Der eingewechselte Arthur Zaletskiy nahm kurz darauf geschickt ein Offensivfoul von Alte auf und bescherte den Hausherren das fünfte Teamfoul, jedes weitere Foul hätte Freiwürfe nach sich gezogen. In den verbliebenen zweieinhalb Minuten foulten die Herzöge jedoch nur ein Mal. Die Schlussphase gehörte den Herzögen, die vor allem durch ihren gut aufgelegten Kapitän Ward den ersten Durchgang mit 18:13 für sich entschieden. Auch das Reboundverhältnis ging mit 11:8 an Wolfenbüttel.

Im zweiten Viertel drehte Drachen-Power Forward Calvin auf und initiierte einen 0:7-Lauf der Artland Dragons zur 18:20-Führung in der dreizehnten Spielminute. Auch bei der Reboundarbeit packte der US-Amerikaner zu und schnappte sich im zweiten Durchgang insgesamt vier abprallende Bälle. Energie brachte auch Youngster Danielius Lavrinovicius ins Spiel, der in 5:45 Minuten acht Punkte und zwei Rebounds beisteuerte. Insgesamt holten die Drachen im zweiten Viertel 13 Rebounds, Wolfenbüttel neun. Auf Seiten der Herzöge nahm wieder Ward das Heft des Handelns in die Hand und führte sein Team zum 24:24-Ausgleich. Beide Teams kämpften intensiv um jeden Ball. Durch teils riskante Pässe und daraus resultierende Ballverluste brachten sich die Quakenbrücker ein ums andere Mal um ihren Vorteil, setzten die Herzöge aber auch immer wieder in der Defense stark unter Druck. So klaute Lieser Aufbauspieler Ward den Ball, machte aus dem Fast Break zwei Punkte und hatte wegen eines Fouls in der Wurfbewegung mit einem Bonus-Freiwurf die Chance auf ein Drei Punkte-Spiel, verwarf aber. Kurz darauf passte er den Ball zu Lavrinovicius, der von jenseits der 6,75 Meter-Linie und im folgenden Angriff nach Assist von Calvin einen Korbleger zum 27:31 traf. Der Litauer machte mit einem Freiwurf und einem weiteren Korbleger acht Punkte in Serie. Das zweite Viertel entschieden die Drachen mit 15:23 zu ihren Gunsten, die Anzeigetafel zeigte zur Halbzeit 33:36.

Der dritte Spielabschnitt war mit 19:20 das ausgeglichenste Viertel des Dragons-Auswärtsspiel am achten Spieltag der 2. Basketball Bundesliga ProB Nord. Das Team der Coaches Hartenstein und Christian Greve bekam Herzöge-Topscorer Ward in den Griff und erlaubten ihm im ganzen Viertel nur einen Punkt. An seine Stelle trat aber Power Forward Alte, der mit elf Punkten und sechs Rebounds im dritten Viertel auftrumpfte. Auf Seiten der Drachen zeigte Calvin mit weiteren neun Punkten, davon zwei Dreier, und vier Rebounds weiterhin eine gute Performance. In der 24. Spielminute nahm Herzöge-Coach Steven Esterkamp beim Stand von 39:44 eine Auszeit, die Wirkung zeigte. Im folgenden Angriff fand ein Drei Punkte-Wurf von Tarique Thompson den Weg durch die Reuse. Mit einem krachenden Dunk von Calvin nach Assist von Bland gaben die Gäste aus dem Artland die Antwort. Lieser verwertete ein Anspiel von Rockmann in der 27. Spielminute zu einem erfolgreichen Distanzwurf zum 46:51. Am Ende des dritten Viertels lagen die Drachen mit vier Punkten in Front (52:56).

Im letzten Viertel stockte über drei Minuten lang das Angriffsspiel der Artland Dragons, bis Rockmann die ersten Punkte erzielte. Erfreulich aus Sicht der Drachen war, dass auch die Wolfenbütteler Wurfquote nicht hoch war. Zaletskiy traf einen Dreier zum 55:61 in der 35. Spielminute. Herzöge-Small Forward Elias Güldenhaupt, bis dahin in der Offense unauffällig, läutete mit zwei aufeinander folgenden Dreiern die Aufholjagd der Hausherren ein und verkürzte auf 63:64, unterstützt von einem immer lauter werdenden Publikum. Coach Hartenstein nahm in der 36. Spielminute eine Auszeit. Den folgenden Angriff schloss Lieser mit einem erfolgreichen Korbleger ab. Mit vier Punkten in Folge witterte Wolfenbüttel in der vorletzten Spielminute endgültig die Siegchance und es entwickelte sich eine spannende Crunchtime. Trotz der Lautstärke in der Lindenhalle behielt Lieser die Nerven und verwandelte zwei Freiwürfe zum 70:69. Ein Korbleger von Ward brachte seinem Team einen Drei Punkte-Vorsprung. Drachen Guard Zaletskiy zog im folgenden Angriff zum Korb, sein Korbleger wurde von Tom Alte geblockt. Neun Sekunden vor Schluss verfehlte ein Calvin-Wurf von jenseits der 6,75-Linie sein Ziel. Beim folgenden Angriff der Hausherren foulten die Drachen umgehend und schickten Güldenhaupt an die Freiwurflinie, der nur einen Freiwurf verwandelte. Hartenstein nahm bei neun verbleibenden Sekunden die nächste Auszeit. Der Plan ging auf: Bland traf nach Einwurf von Zaletzkiy einen Dreier, seinen ersten erfolgreichen Distanzwurf des Spiels. Nun nahm Herzöge-Coach Esterkamp sechs Sekunden vor Schluss die nächste Auszeit. Wieder foulten die Drachen umgehend, und erneut verwandelte Wolfenbüttel nur einen Freiwurf. In einer weiteren Auszeit besprach Hartenstein den nächsten Spielzug für die verbliebenen fünf Sekunden. Rockmann zog in die Zone und legte den Ball Richtung Korb ab. In letzter Sekunde sicherte Tom Alte mit seinem insgesamt fünften Block den Sieg für die MTV Herzöge Wolfenbüttel. Trotz der Niederlage stehen die Artland Dragons, die am kommenden Sonntag zum nächsten Auswärtsspiel in Oldenburg antreten, weiterhin auf Rang zwei der ProB Nord-Tabelle.

Stimmen zum Spiel

Florian Hartenstein: „Unsere Energie war bei weitem nicht da, wo sie hätte sein sollen. Wir hatten heute Löcher unterm Korb, die mir unbegreiflich sind. Ich hoffe, dass das Spiel für die Jungs ein wake-up call ist. Die vorigen sechs Spiele haben wir gewonnen, weil wir auf einem anderen Level gespielt haben. Im Angriff haben wir den Ball nicht gut laufen lassen. Egal wie man es dreht, es war heute eine schlechte Leistung von uns.“

Steven Esterkamp: „Das war ein toughes Spiel. Aber am Ende haben wir einige wichtige Defense-Stops geschafft und unsere offenen Würfe verwandelt.“

Es spielten:

Artland Dragons: Thorben Döding (1 Rebound), Max Rockmann (4 Punkte, 2 Rebounds, 2 Assists, 1 Ballgewinn) Leon Bahner (9 Punkte, 5 Rebounds, 1 Assist, 1 Ballgewinn),  Arthur Zaletskiy (3 Punkte/1 Dreier, 1 Rebound, 2 Assists, 1 Ballgewinn), Philipp Lieser (13 Punkte/1 Dreier, 6 Rebounds, 2 Assists, 1 Ballgewinn), Pierre Bland (12 Punkte/1 Dreier, 2 Rebounds, 6 Assists), Andre AJ Calvin (21 Punkte/3 Dreier, 11 Rebounds, 2 Assists, 1 Ballgewinn), Hendrik Prasuhn, Gilles Dierickx (2 Rebounds), Danielius Lavrinovicius (10 Punkte/1 Dreier, 3 Rebounds, 1 Block)

Nicht gespielt: Noah Westerhaus, Paulius Poska

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