07.01.2018
Dragons-Fehlstart ins neue Jahr

Die Artland Dragons starten mit einer Niederlage in das neue Jahr 2018. Nach einer engen und spannenden Schlussphase verloren sie vor 1.934 Zuschauern 72:77 gegen die MTV Herzöge Wolfenbüttel, die sich in der Tabelle der 2. Basketball-Bundesliga ProB Nord vor die Drachen setzen.

Stehend feuern die Zuschauer in der Crunchtime das Team der Artland Dragons an.Fotos: Christian Wüst

Herzöge-Point Guard Demetrius Ward ist mit 28 Punkten Topscorer der Begegnung. Power Forward Andre AJ Calvin traf auf Seiten der Dragons am besten, versenkte fünf von acht Drei-Punkte-Würfen und markierte 19 Zähler. 

Die Drachen-Coaches Florian Hartenstein und Christian Greve schickten Leon Bahner, Pierre Bland, Andre Calvin, Philipp Lieser und Max Rockmann in die Partie, die für einen guten Start in den 15. Spieltag der 2. Basketball-Bundesliga ProB Nord sorgten. Die ersten Punkte gingen durch einen Sprungwurf von Tarique Thompson aufs Konto der Gäste, Calvin konterte jedoch umgehend mit einem erfolgreichen Drei-Punkte-Wurf. In der Defensive agierten die Drachen konzentriert und erlaubten den Gästen keine einfachen Punkte. Center Bahner kontrollierte die Bretter, schnappte sich fünf abprallende Bälle und stellte mit insgesamt 13 Rebounds eine persönliche Saisonbestleistung auf. Zur Mitte des ersten Viertels führten die Hausherren durch zwei verwandelte Freiwürfe von Bahner mit 10:5 und setzten sich durch Punkte von Point Guard Bland weiter ab (13:5, 6. Spielminute). Der Spielverlauf behagte Gästecoach Steven Esterkamp nicht, er nahm in der 7. Spielminute eine Auszeit. Ein weiterer Calvin-Dreier sorgte für die höchste Führung des Spiels (18:7). Der gute Spielfluss der Drachen zeigte sich auch an sieben Assists (Wolfenbüttel ein Assist). Mit seinem vierten erfolgreichen Distanzwurf setzte Calvin den Schlussakkord zum Ende des ersten Viertels, das mit 23:16 an die Dragons ging.

Ein Steal des Wolfenbütteler Power Forwards Tom Alte leitete das zweite Viertel ein, die ersten Zähler machte Bland von der Freiwurflinie. Einige Minuten lang hielten die Drachen den Abstand zweistellig, doch Ward, der im ersten Viertel nur zwei Punkte machte, fand allmählich in seinen Wurfrhythmus und verkürzte mit einem Drei-Punkte-Wurf auf 27:20. In der 15. Spielminute sorgte ein Alley Oop-Dunk von Calvin nach Anspiel von Rockmann für Begeisterung auf den Rängen und für eine neun-Punkte-Führung (31:22). MTV-Center Lars Lagerpusch, einen Tag zuvor noch im easyCredit Basketball Bundesliga-Einsatz beim Kooperationspartner Löwen Braunschweig, in dem er mit 16 Punkten zum Auswärtssieg gegen Science City Jena beitrug, verkürzte mit einen Nahdistanzwurf. Ein Steal der Gäste hatte weitere Punkte durch Constantin Ebert zur Folge, die Rockmann mit einem Distanzwurf konterte (34:26, 14.). Das Pendel schien wieder zu Gunsten der Hausherren auszuschlagen, nachdem Bland beim Fastbreak unsportlich gefoult wurde und zwei Freiwürfe verwandelte zum 40:31. Aus dem folgenden Ballbesitz schlugen die Drachen jedoch kein Kapital, und durch einen weiteren Dreier von Ward waren die Herzöge wieder in Schlagdistanz (40:34, 18.). Kurz darauf erhielt Youngster Thorben Döding Szenenapplaus, als er seinen Gegenspieler Ward intensiv verteidigte und den Wurf blockte. Die letzten Würfe der Drachen fanden nicht mehr ihr Ziel, Wolfenbüttel kam weiter heran und zur Pause zeigte das Scoreboard 40:37.

Hartenstein schickte die Starting Five Bahner, Bland, Calvin, Lieser und Rockmann ins dritte Viertel, die nach eineinhalb Spielminuten durch einen Drei-Punkte-Wurf die Wolfenbütteler Führung hinnehmen mussten. Zwar glich Bahner mit einem Korbleger zum 42:42 aus, die Würfe der Herzöge fielen aber, begünstigt durch nachlassende Defense-Intensität der Drachen, zunehmend durch die Reuse. Beim Spielstand von 42:47 unterbrach Hartenstein mit einer Auszeit den Lauf der Gäste. Die Besprechung zeigte Wirkung, Punkte von Calvin, Yasin Kolo und Rockmann egalisierten in der 25. Minute den Spielstand (49:49), was wiederum Esterkamp zu einer Auszeit zwang. Mit einem 0:6-Lauf seines Teams fruchtete auch diese Auszeit (49:55, 26.). Drachen-Nachwuchs-Power Forward Danielius Lavrinovicius verkürzte mit einem Korbleger auf 53:55, aber fünf MTV-Punkte in Folge vergrößerten wieder den Abstand. Der litauische Junioren-Nationalspieler ließ noch einen erfolgreichen Wurf von jenseits der 6,75-Meter Linie folgen, das dritte Viertel ging mit 16:25 jedoch deutlich an die Gäste.

Die ersten Minuten des Schlussabschnitts verliefen für beide Teams punktearm. In der 34. Spielminute traf Bland einen Distanzwurf zum 61:67, zwei Punkte von Arthur Zaletskiy folgten zum 63:67. Es folgte eine erneut punktarme Phase, ehe Calvin einen Distanzwurf zum 66:69 traf. Als gut zwei Minuten vor Spielende Döding einen Korbleger verwandelte und sein Team nur noch einen Punkt Rückstand hatte, war das Spiel wieder offen. Das Publikum griff ins Geschehen ein, alle erhoben sich von ihren Sitzen und feuerten mit rhythmischen „Artland Dragons“-Rufen ihr Team an. Nachdem Wolfenbüttel zwei Angriffe nicht punkten konnte, nahm Esterkamp 41 Sekunden von Spielende eine Auszeit und es entwickelte sich eine hochspannende Crunchtime. In der folgenden Offense der Herzöge verwertete Alte ein Anspiel von Lagerpusch mit einem Korbleger. Bland konterte prompt zum 70:71, die Spieluhr zeigte noch 17 Sekunden an. Wolfenbüttel holte sich durch Ebert an der Freiwurflinie zwei weitere Punkte. In einer weiteren Auszeit besprach Hartenstein mit seinen Drachen die nächste Aktion. Zehn Sekunden vor Schluss fand Dödings Drei-Punkte-Wurf nicht das Ziel. Im nächsten Angriff foulten die Dragons umgehend, um die Spieluhr zu stoppen, und schickten Ebert an die Freiwurflinie. Dem sonst sicheren Freiwurfschützen flatterten die Nerven, er verwarf beide Freiwürfe. Es wäre noch eine gute Chance für die Hausherren gewesen, aber Ward schnappte sich den Offensivrebound, wurde schnell gefoult und verwandelte beide Freiwürfe zum 70:75. Sieben Sekunden vor dem Ende nahm Hartenstein eine finale Auszeit. Rockmann nahm daraufhin einen schnellen Distanzwurf, der nicht durchs Netz fiel. Der Kapitän schnappte sich noch den eigenen Rebound und machte mit einem Sprungwurf zwei Punkte zum 72:75. Die letzte Aktion des Spiel waren erfolgreiche Freiwürfe von Ward, mit denen er den Sieg für die Herzöge endgültig festzurrte.

 

Stimmen zum Spiel

Gästecoach Steven Esterkamp: „Es war ein schwieriges Spiel für uns, weil wir nur sieben Spieler hatten. Wir hatten Probleme mit der Zwei-Drei-Zone, die Artland sehr gut gespielt hat. Aber ich bin sehr glücklich mit der Leistung meiner Mannschaft.“

Florian Hartenstein: „Meine Enttäuschung ist sehr groß. Wir haben gut angefangen und den Ball gut bewegt. Aber die Aggressivität in der Defense ist bei weitem nicht da gewesen, wo sie sein sollte. In der Crunchtime muss man die mentale und körperliche Anspannung haben, um den Rebound zu holen. Das haben wir nicht geschafft. Jetzt stehen wir noch mehr unter Druck, die nächsten Spiele zu gewinnen.“

Leon Bahner: „Die erste Halbzeit haben wir kontrolliert. Im zweiten Durchgang haben wir das Tempo verloren und Demetrius Ward ist heiß gelaufen. Wir hatten dennoch bis zur letzten Sekunde die Chance, das Spiel zu gewinnen. Nach zwei sehr intensiven Trainingswochen ist es besonders schade. Wir müssen den Schritt machen, die Intensität des Trainings vollständig aufs Parkett zu bringen.“

 

Es spielten:

Artland Dragons: Thorben Döding (2 Punkte, 1 Rebound, 2 Assists, 1 Block), Max Rockmann (14 Punkte/2 Dreier, 4 Rebounds, 4 Assists, 1 Ballgewinn), Leon Bahner (7 Punkte, 13 Rebounds, 1 Ballgewinn, 2 Blocks), Arthur Zaletskiy (6 Assists, 1 Ballgewinn), Philipp Lieser (3Punkte, 3 Assists, 1 Ballgewinn), Pierre Bland (18 Punkte/1 Dreier, 4 Rebounds, 5 Assists, 2 Ballgewinne, 1 Block), Andre AJ Calvin (19 Punkte/5 Dreier, 8 Rebounds, 1 Assist, 1 Block), Yasin Kolo (4 Punkte, 1 Rebound), Danielius Lavrinovicius (5 Punkte/1 Dreier, 2 Rebounds)

Nicht gespielt: Jonathan Mesghna, Paulius Poska, Hendrik Prasuhn

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