16.10.2016
Bernaus Heimserie hält an

Auch die Artland Dragons konnten am Samstagabend dem SSV Lok Bernau nicht seine erste Heimniederlage seit dem 27. September 2014 zufügen.

Die Burgmannsstädter um die angeschlagenen Spielmacher Philipp Lieser (starke Daumenprellung) und Matt Reid (Oberschenkelzerrung) verloren nach einem Spiel mit Höhen und Tiefen 78:74 (39:34).

Als Robert Kulawick knapp drei Minuten vor Spielende nach seinem erfolgreichen Dreier zum 74:63 beide Hände mit den symbolisch ausgestreckten drei Fingern in die Höhe riss, waren sich die meisten der über 500 Zuschauer in der Erich-Wünsch-Halle einig: Lok Bernau würde die Partie gewinnen und den Drachen ihre zweite Saisonniederlage zufügen. Die Rechnung machten die Barnimer jedoch ohne die Mannschaft von Dragons-Headcoach Dragan Dojcin: Nach drei erfolgreichen Freiwürfen durch Max Rockmann (inklusive einem nach einem technischen Foul des Gegners), einem Korbleger von Philipp Lieser sowie einem forcierten Ballverlust war es Chris Frazier, der eine Minute und 45 Sekunden vor dem Ende noch einmal auf 74:71 verkürzte.

Die Partie blieb in den anschließenden Sekunden ungemein umkämpft, beide Seiten brachten viele Emotionen auf das Parkett, um ihre Mannschaft zum dritten Saisonsieg zu pushen. Erst verwandelte – wieder einmal – der Topscorer und herausragende Akteur der Partie, Ex-BBL-Spieler Robert Kulawick, zwei Freiwürfe nach einem Foul durch Philipp Lieser an der Dreierlinie. Wiederholt verstand es auf Dragons-Seite jedoch Chris Frazier (17 Punkte, 5 Dreier), die richtige Antwort zu geben. Der Deutsch-Amerikaner, der an beiden Enden des Spielfeldes starke Arbeit verrichtete – unter anderem Bernaus etatmäßigen Topscorer Ferdinand Zylka (0/10 aus dem Feld) bei einem Punkt hielt –, versenkte einen weiteren Dreipunktwurf (76:74, 39.). Robert Kulawick vergab daraufhin zur Abwechslung einen weiten Dreier. Den Dragons standen nach einem Ausball 38 Sekunden zur Verfügung, um eine bereits verloren geglaubte Partie noch zu drehen. Die Spieler folgten Dragan Dojcins Plan und am Ende der Angriffssequenz stand ein offener Dreier für Max Rockmann – den er aber nicht durch den Korb befördern konnte. Matchwinner Kulawick sorgte anschließend an der Freiwurflinie für die Entscheidung und für kollektiven Jubel im Tollhaus Erich-Wünsch-Halle. Die Aufholjagd der Drachen fand keine Vollendung – stattdessen die von LOK Bernau, denn die Anfangsphase der Partie gehörte den Gästen aus dem Artland.

Im ersten Viertel versenkte die Mannschaft um Kapitän Benjamin Fumey traumwandlerisch ihre Würfe jenseits der Dreipunktlinie. 7 von 12 Wurfversuchen fanden den Weg in den gegnerischen Korb – Jonathan Mesghna und Max Rockmann verwandelten je zwei. Dank ihrer Wurfstärke führten die Quakenbrücker nach dem ersten Viertel mit 13:26. „Wir haben nur 13 Punkte zugelassen, haben im ersten Viertel aber keine besonders gute Verteidigung gespielt“, ordnet Dragan Dojcin den Zwischenstand nach dem ersten Spielabschnitt ein. „Bernau hat zum ersten Mal in dieser Saison Zonenverteidigung gespielt und wir haben die offenen Dreier super herausgespielt und versenkt. Zwölf Dreierversuche gegenüber vier Zweierversuchen war trotzdem dann schon zu viel. Man kann besonders auswärts selten eine so hohe Wurfquote aufrechterhalten. Gegen Bernaus Mannverteidigung sahen wir schlechter aus.“ Das bekamen die Drachen zu spüren: Mit einem 14:0-Lauf kämpfte sich Bernau in die Partie (27:30, 16. Minute). Bis zur Halbzeitpause übernahmen die Hausherren gar die Führung (39:34), die sie nicht mehr aus der Hand gaben.

Dragons-Headcoach Dragan Dojcin bilanziert: „Ich bin stolz auf meine Mannschaft für die Moral, mit der sie das Spiel fast noch gekippt hat. Gerade nach der hohen Führung im ersten Viertel, in dem wir trotzdem nicht unseren besten Basketball gespielt haben, sind wir natürlich enttäuscht. Gegen Bochum haben wir extrem gut verteidigt, heute nur in Phasen. Das reicht auswärts gegen diesen Gegner nicht zum Sieg.“

Für die Artland Dragons spielten: Reid (12 Punkte/2 Dreier), Rockmann (9/2), Graves (7, 7 Rebounds), Fumey (8/1), Lieser (6), Cooper (6), Mesghna (9/2, 3 Assists), Frazier (17/5); ohne Einsatz im Kader: Dimitrijevic.

Für LOK Bernau spielten: Wohlrath (4), Bland (14, 5 Assists), Hundt (5/1), Zylka (1, 5 Rebounds), Böhm (6), Schneider (14/2), Kovalev (0), Parker-Rivera (14, 7 Rebounds, 2 Blocks),  Kulawick (18/1, 6 Rebounds), Valentic (2, 5 Rebounds).

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