17.12.2017
Dragons patzen in Stahnsdorf

Mit einer 95:86-Auswärtsniederlage beenden die Artland Dragons das Jahr 2017 und gehen mit einem Negativerlebnis in die Weihnachtspause.

Point Guard Pierre Bland, fast 40 Minuten auf dem Parkett, sieht sich zwei Stahnsdorfer Spielern gegenüber.Fotos: Christian Wüst

Sie trafen auf einen hellwachen RSV Eintracht mit einem an diesem Spieltag überragenden Michael Holton, der 39 Punkte erzielte und zu keiner Phase des Spiels von den Drachen kontrolliert werden konnte. Auf Seiten der Quakenbrücker waren Pierre Bland, Andre Calvin und Max Rockmann mit jeweils 17 Punkten die Topscorer. Calvin stach dabei mit einer 71-prozentigen Trefferquote (fünf von sieben) von jenseits der 6,75 Meter-Linie heraus. Yasin Kolo schrammte mit 15 Punkten und neun Rebounds knapp an einem Double-Double vorbei.

Trotz der Niederlage stehen die Drachen auf Platz zwei der 2. Bundesliga ProB Nord.

 

Vor rund 300 Zuschauern, darunter etwa 20 mitgereiste Fans der Artland Dragons, starteten Bahner, Bland, Calvin, Rockmann und Zaletskiy in die Partie und bekamen umgehend die Gangart der Hausherren zu spüren. In der Defensive schafften sie ein engmaschiges Bollwerk gegen die angreifenden Drachen, in der Offensive traf Stahnsdorf hochprozentig. Holton bewies mit zwölf in diesem Viertel erzielten Punkten seine heiße Wurfhand. Auch der zweite US-Amerikaner im Team von Headcoach Denis Toroman, Center Joshua Smith, glänzte mit acht Punkten und vier Rebounds. Die ersten Drachenzähler markierte Kapitän Rockmann nach zwei Spielminuten von der Freiwurflinie. Ein 7:0-Lauf der RSVer zur 9:2-Führung veranlasste Coach Florian Hartenstein in der fünften Spielminute zu einer ersten Auszeit, die Wirkung zeigte: Den nächsten Angriff schloss Rockmann nach Assist von Bland mit einem 3-Punkte-Wurf zum 9:5 ab. Mit weiteren Treffern aus der Distanz verkürzten die Drachen den Rückstand, fanden aber weiterhin zu wenig Mittel gegen die Reboundstärke der Eintracht, die sich doppelt so viele abprallende Bälle schnappten und dadurch zu mehr Wurfchancen kamen. Auch dank ihrer hohen Trefferquote ging das erste Viertel mit 25:19 an die Hausherren.

 

Im zweiten Viertel stellte sich die Spielsituation anders dar. Die Drachen legten eine Schippe Energie drauf und stellten sich zunehmend auf die Spielweise von Stahnsdorf ein

und trafen nun ihrerseits hochprozentig. Zaletskiy reihte sich mit sieben Punkten in die Wurfstatistik ein. Der Guard spielte insgesamt 34:24 Minuten, da nicht nur Philipp Lieser, sondern auch mit Thorben Döding ein weiterer Guard ausfiel. Am Nachmittag knickte der Nachwuchs-Point Guard im NBBL-Spiel gegen ALBA Berlin, das mit 72:63 verloren wurde, um und wurde vorsichtshalber geschont. Dadurch war die sonst breit gefächerte Guard-Rotation der Dragons weiter geschwächt. Floor General Bland stand sogar bis auf fünf Sekunden das komplette Spiel auf dem Parkett. Den Quakenbrücker Big Men gelang es mehr und mehr, Center Smith unter den Körben zu kontrollieren. Ihm gelang nur ein einziger Punkt von der Freiwurflinie und auch Holtons Kreise wurden deutlich eingegrenzt: er erzielte nur vier Punkte im zweiten Viertel. Die Artland Dragons hatten in der 17. Spielminute durch einen Bland-Korbleger nach Anspiel von Calvin den Ausgleich (36:36) erzielt, entschieden das zweite Viertel mit 20:28 für sich und hatten das Momentum endgültig auf ihrer Seite, als Calvin in der letzten Viertelspielsekunde einen erfolgreichen Distanzwurf traf. Mit einer knappen 45:47-Führung ging es die Halbzeit.

 

Im dritten Viertel egalisierte Stahnsdorfs Luka Kamber das Drachen-Momentum gleich im ersten Angriff mit einem Drei-Punkte-Wurf. Sechs Minuten lang zeigten beide Teams ein Spiel auf Augenhöhe, keiner konnte sich absetzen. Ab der 18. Spielminute kippte das Spiel dann zu Gunsten der Hausherren, die von Fehlern der Drachen und der eigenen steigenden Trefferquote profitierten und sich auf 64:57 absetzten. Hartenstein nahm die nächste Auszeit. Zwar gingen die nächsten Punkte durch Rockmann aufs Drachenkonto, Stahnsdorf hatte nun aber immer eine Antwort parat wie den Drei-Punkte-Wurf von Tim Decker zum 69:62. Das dritte Viertel ging auch auf Grund weiterer zwölf Punkte von Holton mit 24:15 an den RSV.

 

Zu Beginn des Schlussviertels zeigte das Scoreboard eine Stahnsdorfer Sieben-Punkte-Führung (69:62), die Smith mit zwei erfolgreichen Freiwürfen ausbaute. Hatten die Drachen in den Vierteln zwei und drei Smith noch gut verteidigt, drehte der Center nun wieder auf und ließ auf seine Freiwurfpunkte vier weitere durch erfolgreiche Korbleger folgen (75:65, 33.) Die Drachen kämpften sich mit einem 0:5-Lauf durch Calvin-Dreier und Kolo-Korbleger weiter heran. Zwei Minuten lang traf kein Team, ehe Calvin mit einen weiteren Dreier den Stahnsdorfer Vorsprung auf vier Punkte schmelzte, was Toroman zur nächsten Auszeit veranlasste. Smith schraubte daraufhin sein Punktekonto weiter in die Höhe, die Würfe auf Seiten der Dragons fielen in den folgenden Angriffen nicht. Beim Spielstand von 84:75 und verbleibenden 1:38 Spielminuten nahm Hartenstein eine Auszeit und gab die Taktik für die Crunchtime vor: schnelle Korbabschlüsse suchen und die Stahnsdorfer über schnelle Fouls an die Freiwurflinie schicken. Rockmann setzte den Plan erfolgreich um, zog innerhalb weniger Sekunden zum Korb und legte den Ball durch den Ring zum 84:77. Ein Distanzwurf von Bland 70 Sekunden vor Schluss hätte die Partie nochmal eng machen können, aber durch ein unsportliches Foul von Calvin sammelten die Hausherren die nächsten Punkte an der Freiwurflinie und waren zudem im Ballbesitz. Um die Angriffsuhr möglichst wenig ablaufen zu lassen, foulten die Dragons wieder umgehend. Holton brachte mit zwei verwandelten Freiwürfen zum 91:78 sein Team weiter in Front. Die Drachen gaben sich aber noch nicht geschlagen. Ein Steal von Rockmann mit folgendem Korbleger, ein weiterer Steal von Bland und anschließende Kolo-Freiwurfpunkten zum 91:86 ließen Hoffnung aufkeimen, die aber 33 Sekunden vor Schluss durch einen Drachen-Ballverlust zunichte gemacht wurde. Oshane Drews, bis dahin nur mit einem Punkt auf dem Konto, verwandelte im folgenden Angriff nervenstark zwei Freiwürfe und sicherte seinem Team den 95:86-Heimsieg.

Stimmen zum Spiel:

Florian Hartenstein, Coach Artland Dragons: „Glückwunsch an Coach Toroman. Stahnsdorf hat sehr gut agiert. Wir sind in meinen Augen nicht mit der nötigen Aggressivität und Energie aufgetreten. Auch wenn uns durch den Ausfall von Lieser und Döding zwei Guards in der Rotation fehlten, ist das für mich keine Entschuldigung für die schlechte Defense, die wir gespielt haben.“

 

Denis Toroman, Headcoach RSV Eintracht: „Ich war etwas beunruhigt wegen der anstehenden freien Weihnachtstage. Aber wir haben den Fokus hochgehalten. So wie wir heute gekämpft haben, hätten wir gegen jedes Team der Liga gewinnen können."

Es spielten:

Artland Dragons: Max Rockmann (17 Punkte/2 Dreier, 3 Rebounds, 1 Assist, 1 Ballgewinn), Leon Bahner (4 Punkte, 1 Rebound, 1 Assist), Noah Westerhaus (4 Punkte, 3 Rebounds, 1 Assist), Arthur Zaletskiy (10 Punkte/1 Dreier, 5 Assists, 1 Ballgewinn), Jonathan Mesghna, Pierre Bland (17 Punkte/1 Dreier, 5 Rebounds, 8 Assists, 1 Ballgewinn), Andre AJ Calvin (17 Punkte/5 Dreier, 3 Assists, 2 Ballgewinne), Yasin Kolo (15 Punkte, 9 Rebounds, 1 Block), Hendrik Prasuhn, Danielius Lavrinovicius (2 Punkte, 1 Rebound)

Nicht gespielt: Thorben Döding, Philipp Lieser, Paulius Poska, Hendrik Prasuhn, David Röll

 

Dragons Geschäftsstelle über Weihnachten geschlossen

Vom 23.12. bis einschließlich 02.01.2018 bleibt die Geschäftsstelle der Artland Dragons geschlossen. Ab dem 03.01. ist das Office wieder regulär besetzt. Die Dragons wünschen allen eine schöne Adventszeit und frohe Weihnachten!

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